AUSSTELLUNGSVORSCHAU

Programm 2019

Sonderausstellung

Angelika Kauffmann. Unbekannte Schätze aus Vorarlberger Privatsammlungen

Sie kennen Angelika Kauffmann? Sicher! Aber sicher ist vieles von dem, was in dieser Ausstellung zu sehen ist, unbekannt. Denn Vorarlberger Privatsammler zeigen teils erstmals ihre Gemälde, Zeichnungen und Druckgrafiken der berühmten Künstlerin. Zudem ist es der Kuratorin Bettina Baumgärtel gelungen, so manches verschollen geglaubte Werk aufzuspüren. Hochkarätige Leihgaben aus öffentlichen Sammlungen, unter anderem dem Victoria & Albert Museum in London, ergänzen die Schau. Angelika Kauffmann (1741 – 1807) war wegweisend für die Kunst des Klassizismus. Ihr großer Erfolg machte sie bereits zu Lebzeiten zum Mythos. Nach Dessau 2018 ist die Schau nun im vorarlberg museum und im Angelika Kauffmann Museum in Schwarzenberg zu sehen.

 

In Zusammenarbeit mit dem UNESCO-Welterbe Gartenreich Dessau-Wörlitz in Sachsen Anhalt, dem Angelika Kauffmann Museum Schwarzenberg und dem Angelika Kauffmann Research Project (AKRP).

 

Ausstellung im Atrium

Christoph Lissy: Meine acht Väter

Christoph Lissy bedankt sich mit dieser Ausstellung bei seinen Vätern. Wer sind die Väter eines Bildhauers, der vaterlos aufgewachsen ist und Konzertpianist werden wollte? Es ist Ludwig von Beethoven, dessen Musik ihn tief berührt und ihm Trost spendet. Es ist der Musiker Miles Davis, der Schriftsteller William S. Burroughs oder der Bildhauer Bruno Gironcoli, bei dem Lissy an der Wiener Akademie der Bildenden Künste studierte. Im Atrium des vorarlberg museum präsentiert der in Hörbranz lebende Künstler acht Vaterfiguren in Form monumentaler Bildskulpturen als Dank für Inspiration und Lebenshalt. Zitate und Alltagsobjekte zu den jeweiligen Figuren betten die Arbeiten in einen inspirierenden Kontext ein.

 

Ausstellung im Atrium

Mythos Idylle Maisäß Künstlerresidenzen auf Montafoner Maisäßen 2016 – 2018

Die sonnenverbrannten Holzhütten und Ställe, die sich idyllisch an die Berghänge des Montafon schmiegen, sind heute vielen ein Erholungs- und Sehnsuchtsort. Früher bedeuteten sie harte Arbeit für die Bauern: Sie rodeten den Wald, bauten Hütten und zogen mit ihren Tieren dem Futter hinterher, um die Weiden im Tal zu schonen. Diese Geschichte wird heute von idyllischen Maisäß-Bildern überlagert. Wie sind diese Bilder entstanden? Wer erzeugt und verbreitet sie? Inwieweit deckt sich die Idylle mit dem Erlebten? Was sind Maisäße heute? Die Künstler Bernhard Garnicnig, Matthias Garnitschnig, Claudia Larcher und Tobias Maximilian Schnell haben eine Künstlerresidenz auf einem Montafoner Maisäß bezogen und sind in ihren Arbeiten diesen Fragen nachgegangen.

 

Eine Kooperation von KAIROS, dem vorarlberg museum, den Montafoner Museen und dem ORF Vorarlberg.

 

neue Kernausstellung

Weltstadt oder so …

Brigantium im 1. Jh. n. Chr.

Ein Forum groß wie ein Fußballfeld, eine Therme, das Handwerks- und Händlerquartier am Bregenzer Tschermakgarten – die öffentlichen und privaten Bauten aus dem Brigantium des 1. Jh. n. Chr. beflügeln die Fantasie. War Bregenz zur Römerzeit eine Stadt? Die Vermutung liegt nahe, aber der eindeutige Beweis fehlt. Während sich die Ausstellung Römer oder so … damit befasste, wer im hiesigen Gräberfeld begraben worden war, geht es in Weltstadt oder so … um das Zusammenleben im „Ort“ Brigantium. Wurden hier die Aufgaben einer Kommune erfüllt? Gab es eine Verwaltung, ein Steuer- und Sozialwesen? Wie war das wirtschaftliche und religiöse Leben organisiert? Auf Basis neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse und archäologischer Funde lädt die Ausstellung ein, über Brigantium, seine Bewohner und Besucher zu spekulieren.

 

Sonderausstellung

Reinhold "Nolde" Luger: Grafische Provokation

Ob beim Flint-Festival (1970/71) oder den Bregenzer Randspielen (1972 – 1976) – der Grafiker Nolde Luger war einer der Anführer der kulturellen Protestbewegung in Vorarlberg und lieferte die passenden Drucksorten gleich mit: bissige Plakate, Karikaturen, Pamphlete und Flugblätter. Später, 1983 – 2003, entwarf er für die Bregenzer Festspiele zeitlos schöne Plakate zu sämtlichen Opernproduktionen. Heute kennt beinahe jeder in Vorarlberg Arbeiten des Grafikers: die Logos von Städten und Gemeinden, die Gestaltung von Stadt- und Landbusflotten und den typischen Stelen an den Haltestellen, die Leitsysteme in Gebäuden und öffentlichen Räumen. Eingebettet in den kultur- und zeitgeschichtlichen Kontext bringt die Ausstellung zahlreiche Beispiele aus Lugers konstruktiv kritischem Schaffen.

In Zusammenarbeit mit der Vorarlberger Landesbibliothek.

Ausstellung im Atrium

Alfred Seiland: Imperium Romanum

Was genau blieb vom einst mächtigen Römischen Imperium? Mit dieser Frage befasst sich der österreichische Fotokünstler Alfred Seiland (geb. 1952) in seinem groß angelegten fotografischen Projekt Imperium Romanum. Seit 2006 dokumentiert er architektonische und landschaftliche Spuren der römischen Antike rund um das Mittelmeer und in den angrenzenden Gebieten. Im Zentrum steht dabei, wie die Menschen der Gegenwart mit den historischen Stätten umgehen, was die moderne Zivilisation, was Alterungs- und Verwitterungsprozesse aus den Überresten der Antike machen. In seinen Fotoarbeiten thematisiert Alfred Seiland Spannungsfelder zwischen historischem Kapital und zeitgenössischer Vermarktung, musealer Pflege und touristischer (Ab-)Nutzung, zwischen Erhaltung und Zerstörung des antiken Erbes.