Provenienzforschung im vorarlberg museum

Um was geht es?

 

Provenienz bedeutet Herkunft bzw. Überlieferung der Herkunft. Der Provenienzforschung im modernen Sinn geht es vor allem um Überlieferung und Klärung der Eigentumsrechte an einem Objekt. Die heutige Provenienzforschung steht zum Großteil im Zusammenhang mit jenen Kunstwerken, die während der NS-Herrschaft enteignet worden waren. In Österreich wurde die Debatte um Kunstrestitution ausgelöst durch die von der Republik Österreich verwalteten und in der Kartause Mauerbach gelagerten Kunstwerke, die von den alliierten Armeen 1945 beschlagnahmt und zuvor durch Organe des NS-Staates den ursprünglichen Eigentümern entzogen worden waren. Durch Jahrzehnte hindurch wurden kaum Bemühungen unternommen, die Kunstwerke zurückzugeben. Das wurde mit dem Entstehen einer internationalen Debatte – ausgelöst durch die Beschlagnahme von Kunstwerken aus der Sammlung Rudolf Leopold in den USA – zunehmend zum Problem. Weitere prominente Fälle (z. B. die Sammlung Rothschild) lösten in Österreich eine Debatte um Restitution und Entschädigungen aus und führten zu einer Reihe von Maßnahmen, etwa zur Gründung eines Entschädigungsfonds, zur Einsetzung einer Historikerkommission und schließlich zu einem Kunstrückgabegesetz für die Bundesmuseen. Die Bundesländer, die Gemeinde Wien und einige Gemeinden verpflichteten sich analog dazu zur Rückgabe entzogener Kunstobjekte.

 

Vorarlberg hat sich mit einem Regierungsbeschluss vom 16. Dezember 2003 dazu verpflichtet, jene Objekte aus seinen Sammlungen, die während der NS-Zeit entzogen worden waren, zu restituieren. Das vorarlberg museum hat 2009 die Erforschung problematischer Provenienzen in Auftrag gegeben, deren Ergebnisse seit September 2010 in Form eines Berichtes vorliegen. In der 72. Aufsichtsratssitzung vom 18. November 2011 haben die Eigentümervertreter des vorarlberg museums und die Geschäftsführung der Kulturhäuserbetriebsgesellschaft mbH die Restitution jener Objekte aus den Beständen des Landesmuseums empfohlen, die während der NS-Herrschaft den damaligen Eigentümern entzogen worden sind. Am 28. Februar 2012 stimmte die Vorarlberger Landesregierung der empfohlenen Vorgehensweise zu.

Ergebnisse der Provenienzforschung im vorarlberg museum

Die folgende Liste enthält alle Objekte in den Beständen des vorarlberg museums (vormals Vorarlberger Landesmuseum, von 1939-1945 Reichsgaumuseum Bregenz), bei denen entweder eine Entziehung während der NS-Herrschaft nachgewiesen werden kann, oder ein entsprechender Verdacht nicht ausgeräumt werden konnte (auf Basis des Berichtes „Provenienzforschung im Vorarlberger Landesmuseum“, 2010).

 

A. Entzogene Objekte – Zur Restitution empfohlen

B. Entzogene Objekte – Verbleib unklar

C. Problematische Provenienz – Weitere Nachweise notwendig

 

Die unter „A. Entzogene Objekte – Zur Restitution empfohlen“ aufgelisteten Objekte befinden sich im Museum, die ursprünglichen Eigentümer sind bekannt.

Die unter „B. Entzogene Objekte – Verbleib unklar“ aufgelisteten Objekte gelangten zwar während der NS-Zeit ins Museum, ihr Verbleib ist jedoch unklar.

Die unter „C. Problematische Provenienz – Weitere Nachweise notwendig“ aufgelisteten Objekte gelangten während der NS-Zeit oder danach ins Museum und es gibt Hinweise darauf, dass eine Entziehung nicht ausgeschlossen ist. Bei diesen Objekten ist jedoch entweder der ursprüngliche Eigentümer unbekannt und eine Entziehung kann daher derzeit nicht nachgewiesen werden, oder es ist zwar der Eigentümer bekannt, aber die Objekte können nicht identifiziert werden.

 

 

A. Entzogene Objekte – Zur Restitution empfohlen

 

 

1. Erwerbungen aus der Villa Wellenau, Familie Fairholme

 

Diese Objekte gehörten der Familie Fairholme, deren Villa – da die Eigentümer britische Staatsangehörige waren – als Feindvermögen beschlagnahmt worden war. Vom Abwesenheitskurator wurden die Objekte am 7. Juli 1942 an das Reichsgaumuseum Bregenz, vertreten durch den damaligen Leiter Adolf Hild, verkauft.

 

Gemälde

- Gem 657, Patzig, Otto: Bildnis Frau [Pauline] K. E. Fairholme, Würzburg, 144 x 110 cm, Goldrahmen

- Gem 658, Patzig, Otto: Bildnis des K. E. Fairholme, Würzburg, 144 x 110 cm, Goldrahmen

- Gem 659, Boch, Anton: Bildnis Ernst Freiherr v. Pöllnitz

- Gem 660, Boch, Anton: Bildnis der Gattin des Freiherrn v. Pöllnitz (Isabella v. Pöllnitz-Forbes)

- Gem 661, Bildnis Carl Clemens Freiherr v. Pöllnitz, unbekannter Maler

- Gem 662, Bildnis junger Offizier (vermutl. Ernst v. Pöllnitz)

- Gem 663, Krcal, Fritz: Bildnis Adele Fairholme oder Fr. v. Fitzgibbon?, unsig., ungerahmt,

- Gem 664, Fairholme, Adele: Skizze Bildnis einer Dame (wahrscheinlich) aus ihrer Familie

- Gem 665, Landschaftsstudie aus dem Bregenzerwald, Öl auf Leinwand, ungerahmt

- Gem 666, Fairholme, Adele (?): Landschaftsstudie

- Gem 667, Fairholme, Adele: Selbstbildnis? Pastell-Bildnis (Brustbild) junger Dame, sig.: „Fairholme 1897“

 

Aquarelle, Drucke und Zeichnungen

- Z 959 (auch fälschlich als Z 759 bezeichnet), Fairholme, Adele (?): Gustav Adolf?, Zeichnung, Format: 64 x 48 cm

- Z 960 (auch fälschlich als Z 760 bezeichnet), Schloss Babenwoll [= Babenwohl], Aquarell, Format: 22 x 16,3 cm

- Z 962 (auch fälschlich als Z 762 bezeichnet), Fairholme, K. E. [= George Knight Erskine]: Bachlandschaft, Aquarell, Format: 48,3 x 35,5 cm

- Z 963 (auch fälschlich als Z 763 bezeichnet), Fairholme, Adele (?): Windhund, Aquarell = Z 963, Format: 25,7 x 17,6 cm

- Z 961, Ille, Eduard: Ein Tag im Bade, Bad Kreuth, 1870, Zeichnung

- Z 964, Gulbransson, Olaf: „Spielende Löwin?“ [Lit.: Schielende Löwin]/Geburtsanzeige seines Sohnes, Druck, unsig., gerahmt = St 1291, Format: 26 x 20 cm

- Z 965, Kochernowska, A.: Ausstellungsbau, Engl. Englisches Landhaus, Aquarell, sig.

- Z 967, Fairholme, K. E. (?): Bregenz 1869, am Kirchensteig ... „von Babenwohl aus“

- Z 966 Landschaft, Format: 23,8 x 19,3 cm

 

Fotografien

- Villa Wellenau

- E. v. Pöllnitz

- Frau v. Pöllnitz-Forbes

- [James?] Ochonar Forbes

- Riedenburg

- 2 x Babenwoll [= Babenwohl]

- Villa Wellenau, Zimmer

- Kronprinz Wilhelm mit Autogramm

- Jagdbild m. C. v. Schwerzenbach

 

Bücher

- Yonge, Charlotte: A Book of Golden Deeds of all Times and all Lands. London/Glasgow/Bombay: Blackie and Son Limited, 1864

- Adam, Peter: Die Lehre von der Beurteilung des Pferdes in Bezug auf Körperbau und Leistung. Stuttgart: Schickhardt & Ebner, [1893 (2. Aufl.)?]

- Joffre, Marshal: The Two Battles of the Marne. London: Butterworth, 1927

- Ward, Rowland: Records of Big Game …London: R. Ward, 1907

- Lange, Carl: Der Kronprinz und sein wahres Gesicht. Leipzig: Verlag Grunow, 1921 [mit einem Autogramm des Kronprinzen Wilhelm]

- Rosner, Karl: Erinnerungen des Kronprinzen Wilhelm. Aus den Aufzeichnungen, Dokumenten, Tagebüchern und Gesprächen. Stuttgart/Berlin: J. G. Cotta’sche Buchhandlung, 1922 [mit einem Autogramm des Kronprinzen]

 

Porzellan – Teile eines Meissener-Porzellan Tafelservices, Zwiebelmuster, weiß-blau, 19. Jh.

- M 297, Terrine

- M 298, Sauciere

- M 299, Fischplatte

- M 300, Servierplatte

- M 301, Servierplatte

- M 302, Servierplatte

- M 303, Servierplatte

- M 304, Kanne

- M 305, Leuchterfuß

 

Inflationsgeldscheine

- Num 5681, Konvolut Inflationsgeldscheine, Deutschland

- Num 5682, Konvolut Inflationsgeldscheine, Österreich

 

2. Sammlung Pollak

 

Objekte aus der „Sammlung Pollak“ wurden dem Reichsgaumuseum Bregenz während der NS-Zeit als „Geschenk des Führers“ zugewiesen. Die meisten dieser Objekte wurden 1948 restituiert. Einige blieben jedoch aufgrund von Verwechslungen im VLM. Ein Objekt (Tr 835, Seidenstickerei) wurde offenbar übersehen.

 

- M 308 a + b, A.P. 774, Porzellan, Kaffeetasse mit Untertasse, blaue Wiener Marke, ultramarinblauer Grund (Vermerk: „vorhd. 12.8.04“)

- Tr 835 (ursprünglich als S 170 a inventarisiert), A.P. 183, „Seidenstickerei Vellum, um 1700 aus Samlg. Pollak, Liste Nr. 183, 63 x 63 cm Mitte IHS in Silberstickerei, große Tulpen, Lilien, Rosen als Füllung eingefaßt von 3 cm breiten mit Ranken und kl. Blumen bestickter Borte. Rückseite carminrote Seide. Geschenk des Führers.“ (Vermerk: uminventarisiert auf Tr 835, 26.4.1977); im Sammlungsinventar Textilien lautet der Eintrag hingegen: Tr 835, Decke, Handstickerei IHS, Größe: 62 x 63 cm; (handschriftlicher Vermerk: Restauriert 1981 v. G. Fiala); die Beschreibung in der Sammlung Pollak ist – laut Liste – wiederum Folgende: 183, Velum in Gobelinstickerei unter Glas gerahmt Schwertlilien, Tulpen, Narzissen, Cynien und Ventaures, in der Mitte I. H. S., Masse mit Rahmen 72 x 74 cm, um 1700

 

3. Benediktinerstift St. Gallus

 

Aus dem im Jänner 1941 aufgehobenen Benediktinerstift St. Gallus wurden zahlreiche beschlagnahmten Gemälde und Plastiken am 5. Mai 1941 als Eigentum des Reichsgaues Tirol u. Vorarlberg vom Reichsgaumuseum Bregenz als Leihgaben übernommen. Die meisten Objekte wurden 1946 restituiert. Einige blieben jedoch im VLM.

 

- Eingangs-Inv. Nr. 2873, Elektrisiermaschine, Mitte 19. Jh.

- Eingangs-Inv. Nr. 2874, Mensastein f. Altar des Gallusstiftes, Sandstein mit 5 Kreuzen, 36x36x4 cm.

- Eingangs-Inv. Nr. 2875, Mensaplatte, Kunststein, 40 x 34,5 x 4; (im Eingangsinventar weitere Angaben).

- Eingangs-Inv. Nr. 2876, Mensaplatte von einem 3. Altar, 39,5 x 44 x 4 cm.

- O 308, „doppeltüriger Kleiderschrank 17. Jh., 237 cm hoch, 206 cm breit“ (Aufsatz)

- O 309, „Zusammenklappbarer Schreibtisch 19. Jh. um 1840, 130 cm hoch, Schreibpult 91 cm breit, 68 cm hoch, 21 cm tief“

- [ohne Inv.-Nr.] Ewiglicht-Ampel, Kupferblech versilbert, 40 cm hoch, 25cm d

- [ohne Inv.-Nr.]1 Hostienwaffeleisen, graviert mit IHS, 72 cm lg, 16 cm breit

- [ohne Inv.-Nr.]1 Hostienwaffeleisen, Gekreuzigter, 73 cm lg, 16 cm breit

- [ohne Inv.-Nr.]1 Hostienwaffeleisen, Gekreuzigter, 43 cm lg, 7 cm d (Stangen zusammenlegbar)

- [ohne Inv.-Nr.]1 Hostienstanze, rund, 5,7 cm d, Holzgriff, 19 cm hoch

- [ohne Inv.-Nr.]1 Hostienstanze 2,7 cm d, Holzgriff, 20 cm hoch, beide Eisen

- [ohne Inv.-Nr.]1 Hostien-Schneidemaschine, 7,3 cm, mit anlaufendem Messer, Eisen, Holzgriff, 22 cm hoch

- [ohne Inv.-Nr.]1 verlötete Altareinlage mit Abtsiegel (wohl vom Hauptaltar)

 

 

4. Dominikanerinnenstift St. Peter, Bludenz

 

Aus dem aufgehobenen Stift St. Peter in Bludenz finden sich in den Inventaren des vorarlberg museums einige Gegenstände, die während der NS-Zeit ins Museum kamen.

 

- Ta 249, Butter- oder Lebzeltenmodel /Holz / 12 x 7,8 cm

- Ta 250, Butter- od. Lebzeltermodel / Holz / 13,5 cm lg / 7,8 cm br

- Ta 251, Butter- od. Lebzeltermodel / Holz / 12 cm lg / 8 cm br

- Ta 252, Stanzeisen mit Holzgriff / 13,5 cm hoch / 3,2 cm d

 

 

B. Problematische Provenienz, Verbleib unklar

 

 

1. Sammlung Pollak

 

- M 339, A.P. 321, Porzellan, Flacon, um 1800, Spinnerin m. Rocken, Knaben

 

Dieses Objekt scheint im 1999 erarbeiteten museumsinternen Bericht als nicht auffindbar auf, es ist aber eventuell 1951 rückgestellt worden. Dieser Vorgang konnte jedoch nicht eindeutig anhand der Akten oder Inventare belegt werden.

 

Nicht geklärt ist auch der Verbleib der folgenden drei Objekte:

 

- M 312 a + b, A.P. 700, Porzellan, 1 Kaffeetasse mit Untertasse, weißgrundig mit hellblaugrünen Streifen, Reliefgoldumrahmungen, Blumensträußen, Medaillons und Rankenornamenten in Rauten, Wien, um 1830

- M 361, A.P. 318, Porzellan, 4 runde durchbrochene Schalen mit Fuß, weißgrundig mit Gold und grünblauer Blütenranke, d = 21, H = 15 cm, um 1830, mit je einem Teller

- M 380, A.P. 789, Steinzeug, Untertasse, porzellanartig, um 1720, schwarzbraune Glasur, Golddekor, Zinnien, 2 Gänse

 

 

2. Sammlung Bondy

 

Objekte aus der „Sammlung Bondy“ wurden dem Reichsgaumuseum Bregenz während der NS-Zeit als „Geschenk des Führers“ zugewiesen. Aufgrund von Verwechslungen verblieben einige Objekte im Vorarlberger Landesmuseum (seit 2011 vorarlberg museum) oder wurden zwar restituiert, die Rückstellung aber nicht ordnungsgemäß registriert.

 

- M 322, Sammlung Bondy 200, Porzellankrug, weiß, bemalt, Blütenzweig und Vögel, Fuß und Deckel Silber

- M 324, Sammlung Bondy 724 (Objekt trägt auch die Sig. 342), Fayencedeckelvase, bunte Blumen, Gaukler

- M 325, Sammlung Bondy 194/fälschlich zeitweise auch 197 (Objekt trägt auch die Sig. 12), Porzellanfigur, Gemüsehändler/Gärtner, blaue Wiener Marke

- M 326, Sammlung Bondy 195 (Objekt trägt auch die Sig. 6), Porzellanfigur, Komödiant, schwarz-weißer Mantel, blaue Wiener Marke

 

Diese Objekte scheinen im 1999 erarbeiteten museumsinternen Restitutionsbericht von Ute Pfanner und Monika Sauter als nicht auffindbar auf, sind aber eventuell 1951 rückgestellt worden.

 

 

3. Zisterzienserstift Mehrerau, Bregenz

 

- Eingangs-Inv. Nr. 2897, Schwarze Kasel f. Trauergottesdienste, 17. Jh. aus Mehrerau (5.10.1943); kein Hinweis auf Rückstellung, nur der Vermerk „verlagert“

 

Es existiert – anders als bei einer Wappenscheibe, die zum selben Zeitpunkt aus dem Kloster Mehrerau ins Museum kam - keine Angabe zu einer Zurückstellung, sondern lediglich eine gestrichene Standortangabe und der Vermerk „verlagert“. Die Eingangsinventarnummer 2897 wurde auch nicht rot durchgestrichen; allerdings findet sich auch keine Inventarisierung, etwa im Inventar zu „Kirchengerät“ oder zu „Trachten und Textilien“.

 

 

4. Kapuzinerkloster, Bregenz

 

- [ohne Inv.-Nr.] Milz’sches Herbar, 24 Bände

 

Im Geschäftsbericht des VLM 1941 ist unter „Naturwissenschaft“ als „Leihgabe“ verzeichnet: „Das Milz’sche Herbar, 24 Bände. Vom Kapuziner-Quardianat, Bregenz“. Es gibt keinen Hinweis auf eine Rückgabe oder den weiteren Verbleib des Herbars. Aus der Korrespondenz ist ersichtlich, dass der damalige Direktor des Museums, Siegfried Fussenegger, die Herausgabe des Herbars gefordert hatte.

 

 

C. Problematische Provenienz - Weitere Nachweise notwendig

 

 

1. Stella Matutina

 

- [ohne Inv.-Nr.] Münzsammlung

 

Aufgrund des gegenwärtigen Kenntnisstandes lässt sich lediglich feststellen, dass Adolf Hild 1941 eine Münzsammlung aus dem ehemaligen Jesuitenkolleg Stella Matutina abgeholt und dies auch im entsprechenden Geschäftsbericht vermerkt hat; es lässt sich jedoch weder etwas über die Zahl noch über die Art der Münzen sagen.

 

 

2. Eventuell aus der Villa der Familie Fairholme

 

- Z 1166, Eing.-Inv. 57/1290, Fairholme, Adele: Der Bruder der Künstlerin, Baron Fairholme, junger Mann mit steifem Kragen, Aquarell auf Papier, 27 x 37 cm, links unten beschädigt

- Z 2769, Eing.-Inv. 2769, Fairholme, Adele: Porträtzeichnung Mrs. James [= Violet] Fairholme, blonde Frau sitzend mit rotem Kleid und weißem Umhang, Pastell auf Papier, 51,8 x 35,5 cm, Goldrahmen mit Glas

 

Diese Erwerbungen wurden zwar nicht während der NS-Zeit direkt vom Museum erworben, sondern gelangten erst nach 1945 ins VLM; sie könnten jedoch ebenfalls aus jenen Beständen aus dem Eigentum der Familie Fairholme stammen, die vom Abwesenheitspfleger der Fairholme-Villa Wellenau in Bregenz verkauft wurden.

 

3. Wappenscheibe der Herrschaft Sonnenberg

 

- J 240, Wappenscheibe der Herrschaft Sonnenberg, datiert 1630 und signiert ISP (Ieronymus Spengler).

 

In den Unterlagen zur Erwerbung findet sich ein Hinweis darauf, dass die Wappenscheibe aus einer französischen Sammlung stammt, die während des Zweiten Weltkriegs beschlagnahmt worden sein könnte.

 

4. Zeichnung von Josef Bucher „Bildnis eines Kardinals“

 

- Z 985, Zeichnung von Josef Bucher „Bildnis eines Kardinals“, ersteigert im Dorotheum im Jahr 1942.

 

Der ursprüngliche Eigentümer als auch der Einbringer ist unbekannt. Da jedoch bekannt ist, dass im Dorotheum, dem größten Auktionshaus Österreichs bzw. der „Ostmark“, während der NS-Zeit systematisch entzogenes Eigentum versteigert wurde, muss die Erwerbung als problematisch gelten.