Fr, 23. Juni, 17.00 bis 18.30 Uhr

Religion als Ersatzheimat? 500 Jahre Reformation
Ein Bericht aus dem Innenleben der evangelischen Kirche

Freitags um 5 - Landesgeschichte im Gespräch

Führende Vertreter der evangelischen Kirche, aber auch viele der Gläubigen, unterstützten 1938 den “Anschluss” an das Deutsche Reich und begrüßten das nationalsozialistische Regime – nicht zuletzt wegen der Hoffnung, damit der Situation als religiöse Minderheit zu entkommen. Doch der “großdeutsche Traum” erwies sich bald als Alptraum. Trotz aller Ernüchterung dauerte es nach dem Krieg lange, bis man sich mit dieser Vergangenheit beschäftigte. Man war ja wieder in der Minderheit und schloss sich zusammen – für viele wurden Glaube und Religion zur Ersatzheimat. So hat es die evangelische Theologin und Psychotherapeutin Barbara Knittel jedenfalls erlebt, ehe sie zur eigenen Kirche auf Distanz ging. Heute beschäftigt sie sich intensiv mit dem Zusammenhang zwischen Heimatsuche und Glaube als einem politisch sehr aktuellen Thema.