Presseinformation

Zum Bau des vorarlberg museums

Situation und Ort

Die bestehende Situation ist geprägt von der Lage des Grundstückes im Spannungsfeld zwischen offener Seelandschaft und kompaktem Stadtgefüge. Der geschlossenen Stadtbebauung vorgelagert befindet sich ein inselartiges Baufeld besetzt durch Solitärbauten mit übergeordneter Nutzung. Dazwischen ergeben sich schöne Sichtachsen aus der Stadt auf den Bodensee. Die Stellung der Einzelbauten entwickelt differenzierte Außenraumbereiche mit individuellen Stimmungen. Die gesamte Zone kann außenräumlich als zusammenhängende Abfolge aus mehreren Platzsituationen gelesen werden.

 

Die Bebauungsstruktur aus speziellen Punktbauten wurde bis etwa 1900 konsequent eingehalten. Mit dem Bau der heutigen Bezirkshauptmannschaft sowie dem Landesmuseum erfolgte im Bereich Rathausstrasse partiell die Ausbildung einer Blockrandbebauung.

 

Städtebau und Konzept

Die Neukonzeption des Landesmuseums entwickelt sich strukturell aus den örtlichen Gegebenheiten und bildet städtebaulich als neuer Solitär den westlichen Abschluss der Reihe wichtiger Punktbauten. Der städtebaulich und gestalterisch selbstbewusste Baukörper schafft die idealen Rahmenbedingungen für die inhaltliche und optische Neupositionierung des Museums als wesentliche Bereicherung des bestehenden Kulturbezirkes mit Kunsthaus und Theater.

 

Das Konzept basiert auf dem Prinzip des Weiterbauens. Der Gebäudebestand der Bezirkshauptmannschaft wird aus Denkmalschutzgründen in wesentlichen Teilen erhalten und in die Gesamtlösung integriert. Das bestehende Gebäude wird mit zwei Geschossen vertikal erweitert, direkt anschließend  wird Richtung Kornmarktplatz ein fünfgeschossiger Neubau entwickelt. Gebäudebestand, Aufstockung und Neubau bilden mit einer klaren und kompakten Gebäudefigur eine neue Großform. Durch das Freihalten der bestehenden spitzen Südecke des Landesmuseums und das Knicken der Südwestfassade im Übergang zwischen Alt und Neu generiert sich eine neue städtebauliche Situation. Die Blockrandbebauung wird aufgelöst, der Baukörper wird eigenständig und solitär. Das Gebäude ist nicht mehr nur reine Platzbegrenzung, es wird integrierter Bestandteil der Platzsituation. Der See wird im Bereich Rathausstrasse/ Kornmarktplatz durch erweiterte Blickbeziehungen erlebbarer und präsent und wirkt wieder positiv ins Stadtgefüge.

 

Gesamterscheinung: Die unterschiedlichen Bauabschnitte werden durch differenzierte Fassadenstrukturen und Oberflächentexturen sichtbar gemacht. Eine einheitliche Farbgebung aus dem Weiß der Champagnerkreide verbindet sämtliche Gebäudeteile zu einem großen Ganzen. Sie lässt das Haus in neuem Licht erstrahlen und bildet im positiven Sinn einen diffusen Spiegel aller natürlichen Lichtverhältnisse mit herrlich authentischer Reflexion. Durch die größere Höhe sowie durch die neue Farbgebung erhält das neue Museum eine starke Präsenz sowohl im Stadtraum als auch am Bodenseeufer.

 

Funktion und Organisation

Sämtliche Funktionsbereiche gruppieren sich ringförmig um das innen liegende Atrium, eine ebenfalls ringförmige Erschließung bildet die interne Verbindung aller Bereiche. Die offen und einladend gestaltete Erdgeschosszone mit Foyer und Café verbindet Platzraum und überdeckten Innenhof. Die Raumzone für Vermittlung ist im Erdgeschoss des Bestandes untergebracht, die Anlieferung befindet sich im Nordosten und erfolgt über die gemeinsame Anlieferungszone mit Kunsthaus und Theater.

 

Im 1. Obergeschoss befinden sich zwei Veranstaltungsräume, welche flexibel als Ausstellungsfläche zugeschaltet werden können. Die gesamte Verwaltung wird im Bestand des OG1 organisiert und kann extern über den bestehenden Eingang von Norden her erschlossen werden.

 

Die obersten drei Geschosse sind reine Ausstellungsgeschosse mit maximaler Nutzungsflexibilität. Durch Hofzuordnungen und Ausblicke werden nutzungsneutral feine Raumdifferenzierungen generiert. Der Bereich vor dem Panoramafenster im OG4 dient als kontemplativer Bereich oder Entspannungszone. Das Atrium schafft Großzügigkeit und Orientierung im Gebäudeinneren und kann als zusätzlicher Aktionsraum für Veranstaltungen und Rauminstallationen verwendet werden.

vorarlberg Museum

Foto: Hanspeter Schiess

 

vorarlberg museum, von der Rathausstraße gesehen

Foto: Hanspeter Schiess

 

vorarlberg museum von den Seeanlagen aus gesehen

Foto: Hannspeter Schiess

 

vorarlberg museum. Panorama-Raum gestaltet von Florian Pumhösl

Foto: Adolf Bereuter

 

Ausstellungsraum im vorarlberg museum

Foto: Hanspeter Schiess