Mit seinen abstrakten „Zeichentafeln“ war Hasso Gehrmann in den 1950er Jahren in international renommierten Ausstellungshäusern vertreten. Seine für den Haushaltsgerätehersteller Elektra Bregenz in den 1960er Jahren entwickelte „Erste vollautomatische Küche der Welt“ gelangte nach aufsehenerregenden Präsentationen ins Deutsche Museum München. Viele seiner weiteren Erfindungen blieben so wie auch sein philosophisches Konzept einer „Meta-Kunst“ einem engen Kreis an Kenner*innen vorbehalten. Eine umfassende Zusammenschau des multidisziplinären Werks zum 100. Geburtstag von Hasso Gehrmann.
500 Jahre nach dem Bauernkrieg erinnert die Installation an Aufstand und Unterwerfung, an Forderungen nach Gerechtigkeit und an eine gewaltsame Niederschlagung. Im Zentrum steht Marko Lehankas „Bauernsäule“ im Dialog mit Albrecht Dürers Entwurf einer „Siegessäule für die Besiegten“ (Replik). Dokumente und Erzählungen aus Vorarlberg, von Beschwerden über die Leibeigenschaft bis zur Legende der „Henkeychen“, geben der Erinnerung regionale Gestalt. Eine Auseinandersetzung mit Geschichte, Kunst und Macht.
Werner Schlegel (1908–1945) war ein Nationalsozialist, fasziniert von der antidemokratischen Hemmungslosigkeit und Brutalität, mit der die Ziele der völkischen Neuordnung und der vermeintlichen Rasseneinheit durchgesetzt wurden – auch unter Einsatz modernster Technik. Raffinierte Inszenierungen begeistern die Massen und fesselten sie. Schlegel dokumentierte viele Veranstaltungen mit seiner Kamera. Seine Bilder provozieren die Frage nach den Ursachen der Begeisterung und deren Folgen. Er selbst war unter den Gefallenen des letzten Kriegsjahres.
26. April bis 29. Juni 2025
Zur Ausstellung
Ein Quilt verbindet die Städte Vorarlbergs, Lagos, St. Gallen, Wien und Dakar. Er bezeugt die dauerhafte Verflechtung von Textilien, Handel und Terror. Der Stoff erinnert an das Erbe des Kolonialismus, an Macht, Gemeinschaft und Zugehörigkeit. Er entwirrt die Fäden der Gewalt, versucht neue Beziehungen zu knüpfen. Während die Künstler*innen mit verschiedenen Techniken der Textilproduktion experimentieren, suchen sie nach Möglichkeiten, neue Verbindungen herzustellen – innerhalb wie jenseits des kolonialen Erbes.
In schwindelerregender Höhe fesselt ein schwebendes Portaledge, wie es Extremkletterer für die Übernachtung in der Felswand nutzen, den Blick der Passant*innen. Das international tätige Künstlerduo Bildstein | Glatz (A/CH) verweist damit auf das menschliche Streben, in immer unzugänglichere Gebiete vorzudringen. Wer weiß, wofür dies angesichts des Klimawandels noch gut ist … Im Atrium errichtet das für seine Großprojekte bekannte Duo eine „bewohnbare“ Plattform von circa sechs Metern Durchmesser, die von rund 18 Meter hohen Holzpfeilern getragen wird. Ein Modell der Wirklichkeit, welches sinnbildlich für das fragile Gleichgewicht zwischen Natur und menschlichem Handeln steht. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.