Baustelle Erinnerung / „Hitler entsorgen“. Arbeiten am belasteten Erbe

Sonderausstellung

09. Mai 2026 – 29. August 2027
Vernissage: 08. Mai 2026, 17.00 Uhr

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Wie gehen wir heute mit der NS-Vergangenheit um? Die Schau zeigt, wie tief Ideologie und Vereinnahmung in Kunst und Kultur verankert waren – und wie vieles nach 1945 weiterwirkte. Historisch belastete Objekte aus dem Museum und aus dem öffentlichen Raum machen bisher wenig beachtete Aspekte der Vorarlberger Geschichte sichtbar. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf NS-Gegenständen aus privatem Besitz, die bis heute in Haushalten zu finden sind und Fragen nach Umgang, Herkunft und Bedeutung aufwerfen. „Baustelle Erinnerung“ versteht sich als offener Ort für eine wachsame Erinnerungskultur.

„Baustelle Erinnerung“ ist das größte Projekt im Rahmen des Programmschwerpunkts „erinnern!“. Die Ausstellung setzt dort an, wo das NS-Erbe in Vorarlberg bisher nur am Rande thematisiert wurde: im Trachtenwesen, im Kunst- und Ausstellungsbetrieb, in Architektur und Siedlungsbau sowie in privaten Haushalten. Themen, die mitunter nicht explizit als nationalsozialistisch wahrgenommen werden, die aber alles andere als harmlos sind. Sie tragen Bedeutungen, Leerstellen und Widersprüche in sich. Ihre Sichtbarmachung öffnet einen Raum für Forschung und Vermittlung, für Zweifel und Einwände sowie für eine Auseinandersetzung darüber, wie mit materiellen Hinterlassenschaften umzugehen ist. 

Die Ausstellungsgestalterinnen Sabrina Summer und Nina Sturn haben ein schönes Bild für das Anliegen der Schau geschaffen: Im Eingangsbereich hängen stilisierte Objekte aus der NS-Zeit an der Decke, Stellvertreter für die vier Themenbereiche, die lange Schatten werfen. Die „Baustelle Erinnerung“ arbeitet Vergangenes auf, um für die Zukunft zu bauen. Sie macht deutlich, wie wichtig demokratische Handlungs- und Mitbestimmungsmöglichkeiten sind – als unser Werkzeug gegen Instrumentalisierung und Desinformation. Arbeiten am belasteten Erbe heißt auch, diese Werkzeuge für ein gelingendes Zusammenleben zu nutzen. 

Der Ausstellungsteil „Hitler entsorgen. Vom Keller ins Museum“, übernommen vom Haus der Geschichte Österreichs, widmet sich der Frage, wie heute mit Objekten aus der NS-Zeit umgegangen werden soll. Das Haus der Geschichte Österreich erhielt nach seiner Eröffnung 2018 zahlreiche Anfragen und anonyme Zusendungen. Was tun mit geerbten Orden, NS-Büchern oder Erinnerungsstücken aus der Zeit des Nationalsozialismus? Aufbewahren, verkaufen oder zerstören?