Delphina und drei Deserteure
Familiäres Erinnern an Menschlichkeit und Mut in einer unmenschlichen Zeit

Ausstellung im Atrium

18. Juli 2026 – 21. März 2027
Vernissage: 17. Juli 2026, 17.00 Uhr

Presse

Wie entstehen Erinnerungen – und wie werden sie über Generationen weitergegeben? Die Ausstellung „Delphina und drei Deserteure“ erzählt die außergewöhnliche Geschichte von Delphina Burtscher (1926–2026) und ihrer Familie. Im Mittelpunkt steht eine junge Frau aus dem Großen Walsertal, die während des Zweiten Weltkriegs ihre desertierten Brüder Willi und Leonhard sowie ihren Verlobten Martin Lorenz unterstützte – und damit selbst Teil eines Widerstandsnetzwerks wurde. 

Mit dem Verrat an den Deserteuren nahm das Schicksal der Familie eine dramatische Wendung: Leonhard gelang die Flucht, Willi Burtscher und Martin Lorenz wurden zum Tode verurteilt, die schwangere Delphina und weitere Familienmitglieder inhaftiert. Die Ausstellung zeichnet diesen Weg nach und richtet den Blick auch auf die Zeit nach 1945: auf die persönlichen Folgen von Krieg und Verfolgung sowie auf den schwierigen Umgang mit Deserteuren und ihren Angehörigen. 

Trotz Verlust und existenziellen Krisen ließ sich Delphina Burtscher nicht unterkriegen. Sie wurde Mutter von acht Kindern, Großmutter von achtzehn Enkelkindern und bewahrte sich bis ins hohe Alter ihren Humor, ihre Lebensfreude und ihre Zuversicht. Ihr Leitsatz lautete: „Das Gute haben wir genossen, das Schlechte überwunden.“ 

Anhand von persönlichen Erinnerungsstücken, Dokumenten, Fotografien und Audio-Interviews eröffnet die Ausstellung unterschiedliche Perspektiven auf die Geschichte der Familie Burtscher. Sie zeigt, wie Erinnerungen innerhalb einer Familie weitergegeben und erzählt werden – und sich auch verändern. Historische Einordnungen und künstlerische Arbeiten ergänzen die familiäre Perspektive um Fragen nach Verantwortung, Zivilcourage und Widerstand. 

Begleitend zur Ausstellung erscheint die Graphic Novel „Delphina“ im Residenz Verlag. Herausgegeben von Delphinas Enkelinnen Lydia Arantes und Sarah Kühne, holt sie die Geschichte ihrer Großmutter in unsere Gegenwart und macht sie insbesondere für jüngere Generationen zugänglich. 

Ausstellungsimpressum:

Direktor: Michael Kasper
Koordination Vermittlungsprojekt „Delphina“: Lydia Maria Arantes
Kuratierung: Robert Gander, Bruno Winkler, Rath & Winkler. Projekte für Museum und Bildung
Gestaltung: Nina Hütter, Rath & Winkler. Projekte für Museum und Bildung
Grafik: Nina Sturn
Texte: Bruno Winkler
Lektorat: Magdalena Venier
Fotografie: Sarah Schlatter
Recherche Erinnerungsobjekte: Lydia Maria Arantes
Interviews: Robert Gander (Redaktion), Sarah & Florian Mistura (Aufnahme, Schnitt), Peter Rösner (Aufnahme)
Illustration: Anna Stemmer-Dworak

Medientechnik: Martin Beck & Team
Drucke: Mader Werbetechnik, VVA Dornbirn
Produktionsleitung: Johannes Nussbaumer, Leonie Schwärzler, vorarlberg museum
Registratur und Objekthandling: Judith Kern, vorarlberg museum
Restaurierung: Franziska Wicke-Bergmann, vorarlberg museum
Ausführungsplanung und Bauten: Michael Niederhuber, Produktionswerkstätte der Vorarlberger Kulturhäuser
Aufbau: Produktionswerkstätte der Vorarlberger Kulturhäuser sowie Technikteam vorarlberg museum
Danke an alle Leihgeberinnen und Leihgeber aus der Familie Burtscher, an Sarah Kühne, Erika Moser und Xaver Burtscher für wertvolle Informationen zur Familiengeschichte sowie an Tobias Riedmann (Vorarlberger Landesarchiv), Cornelia Studer (Archiv Großes Walsertal) und Anton Türtscher (Alt-Bürgermeister Gemeinde Sonntag).

Team des vorarlberg museums, https://www.vorarlbergmuseum.at/museum/team/


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