Nahezu 50 Publikationen sind seit der Wiedereröffnung des Hauses im Jahr 2013 in der Schriftenreihe des vorarlberg museums erschienen: Kataloge zu Ausstellungen, Monografien über Vorarlberger Architektinnen und Architekten, Bücher über Politiker oder zu historischen Ereignissen.

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19 Krippen aus Vorarlberg
Eine neue Sammlung für das Landesmuseum

Beitrag aus dem Katalog zur gleichnamigen Ausstellung im Veranstaltungssaal, ab Dezember 2020

Eine Einführung in das Thema
Zum Begriff„Krippe“ Der evangelische Text spricht zentrale Motive der Krippendarstellung an: die Geburt des Kindes, die Existenz einer Krippe, in welcher das Kind einen Platz findet, die Verkündung an die Hirten und das Herbeieilen derselben zur Krippe. Der Begriff der Krippe dürfte in seiner ersten Bedeutung „graben, vertiefen“ gemeint haben, wobei die Grube zur Fütterung der Tiere eine Ableitung darstellt und zum anderen aber auch der geflochtene Futterkorb anzuführen ist. Die Futterkrippen sind über einen langen Zeitraum als geflochtene Behälter bekannt gewesen. Die Erklärung dafür geht auf den Umstand zurück, dass sich im Lauf der Jahrhunderte die germanische Wurzel kreb (flechten) in beide Richtungen, nämlich „Krippe“ und „Korb“, entwickelt haben soll.2

Beitrag von Andreas Rudigier

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Was macht das Zebra vor der Krippe? - Krippenverein Götzis
Die Dorfkrippe in Götzis – lebensgroße Figuren und Tiere, gemalt auf planen Holzplatten in einem hölzernen Stall. 2019 bekommt die noch fast figurenleere Krippe vor Weihnachten besonderen Besuch –von einem Zebra; und sorgte damit für Schmunzeln ebenso wie für Stirnrunzeln. Emil Bell, der Mann hinter den Figuren, äußert sich nicht dazu, sein Zebra soll ein Rätsel und offen für Interpretationen bleiben. Aber wie kam es denn dahin?

Beitrag von Magdalena Venier im Gespräch mit Emil Bell und Willi Pröll

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Lichtbildner Werner Schlegel
– eine Entdeckung

Auszug aus der Publikation "Müßiggänger. Norbert Bertolini, ein Amateurfotograf zwischen den Kriegen"

Die Geschichte des in Vergessenheit geratenen und nun wieder ans Licht der Öffentlichkeit zu bringenden Bregenzer Fotografen Werner Schlegel beginnt mit Stevie Wonders großartiger Motown-LP „Signed Sealed & Delivered“ von 1970. Dieses feine Stück Soulmusik auf Vinyl erstand ich bei einem morgendlichen Flohmarktbesuch im Jahr 2016 für zwei Euro. Den weiteren Tag ließen mich die – ebenfalls auf dem kleinen privaten Markt stapelweise angebotenen – Schwarzweißfotografien in Gedanken nicht mehr los, sodass ich nochmals loszog, um kurz darauf mit mehreren orangeroten AGFA-Fotoschachteln aus dem Nachlass Werner Schlegels nach Hause zu kommen.

Werner Schlegel ist bis dato allenfalls AnsichtskartensammlerInnen ein Begriff, da er, und das war vermutlich eine seiner Haupteinnahmequellen als Berufsfotograf, die eigenen Stadt- und Landschaftsaufnahmen selbst verlegte. So findet man auf diesen Ansichtskarten bild- wie adressseitig den Autorenvermerk „Aufnahme und Verlag W. Schlegel Bregenz“.

Die Ausstellung „3-D um 1930“ über die Stereofotografien Norbert Bertolinis, im Frühjahr 2018 im vorarlberg museum, war dann für mich Anlass, meine mittlerweile auf mehrere tausend Einzelstücke angewachsene Sammlung (Negative, Positive sowie verschiedenste Dokumente) dem Museum, namentlich Kathrin Dünser zu zeigen. Schnell stellte sich heraus, dass die beiden, Bertolini, ein wohlhabender Privatier und begeisterter Hobbyfotograf und Schlegel, ein junger, sagen wir aufstrebender Berufsfotograf, zumindest zeitweise eng befreundet waren. Neben der Leidenschaft Fotografie teilten sie ihr Interesse am Ski- und Bergsport, die Faszination an Individualmobilität (Sportwägen, Motorräder), eine allgemeine Abenteuerlust und nicht zuletzt die nationalsozialistische Gesinnung.

Es ist nicht übertrieben, wenn man den nur 36 Jahre alt gewordenen Werner Schlegel als eine vielschichtige, auch widersprüchliche Persönlichkeit charakterisiert. Neben seinem Beruf und den erwähnten Leidenschaften war er kurzzeitig Zirkusdirektor, Afrikafahrer, Mitglied im Liederkranz, im Faschings- und Turnverein, Schriftführer im Verein für Münzkunde, Ehemann und Vater, Innungsmeister, Mitglied der NSDAP und SA sowie Soldat im Zweiten Weltkrieg.

Im [Beitrag] soll, nach einem biografischen Überblick, vor allem sein facettenreiches fotografisches Œuvre anhand einiger Bildbeispiele vorgestellt werden. Abschließend werden die bis dato gesammelten Fakten zur politischen Person Werner Schlegels, mitsamt Bildbeispielen des „NS-Fotografen“, vorgelegt.

Beitrag von Arno Gehrer

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Zur Publikation "Müßiggänger. Norbert Bertolini, ein Amateurfotograf zwischen den Kriegen"


Kein Stern stört den Anderen

Auszug aus dem museum magazin No 26/2020

Vergeblich bot der Autodidakt Otmar Burtscher (1894­­­–1966) zu Lebzeiten seine Bilder in Sonntag, der Heimat seiner Familie, zum Verkauf an. Nun lädt eine Sonderausstellung des Museums Großes Walsertal zwei Sommer lang zur Auseinandersetzung mit seiner Kunst ein. Neben den Werken, die Kenner*innen sowie Kolleg*innen der malenden Zunft bis heute staunen lassen, stellt Kurator Willibald Feinig einen schwer kriegsverletzten Menschen in den Mittelpunkt, der für die Kunst gelebt hat. Für die einen war der in Altach wohnende Mann mit dem Walserhut „dr‘ närsch Otmar“, andere sahen in ihm einen Philosophen und „Propheten der einfachen Lebenskultur“.

Beitrag von Monika Kühne im museum magazin, Ausgabe 25/2020

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Löcher, die nicht einmal der Schnee zudeckt

Auszug aus dem museum magazin No 26/2020

„Es hat die ganze Nacht geschneit. Am Morgen ist nichts mehr zu sehen von den Trümmern, dem Gerümpel, von Chaos und Dreck. Alle Unregelmäßigkeiten, jede Unübersichtlichkeit ist verschwunden. Eine dicke Schneedecke hat sich über die Ansammlung im Hinterhof gelegt und alle Ecken und Kanten mit ihren sanften Formen bedeckt. Kein Schmutz mehr. Nichts, das stört. Sogar der Lärm fehlt. Alles liegt in dumpfer Stille. Die vereinzelten schwarzen Löcher, die wie klagende Mäuler in der weißen Landschaft klaffen, können die Idylle kaum trüben.“ So beginnt das fünfte und letzte Kapitel im Begleitband zur Ausstellungsreihe „Bespielung  2. OG“. Text: Kathrin Dünser

Beitrag von Kathrin Dünser im museum magazin, Ausgabe 26/2020

Zur Ausstellung

museum magazin No 26/2020


Erstmals in seiner langen Tradition steht hinter dem Jahrbuch ein Herausgeberteam
von Fachfrauen und Fachmännern verschiedenster Disziplinen. Darüber hinaus wurde Raum für Neues geschaffen: In einer eigenen Rubrik werden erstmals Bilder und Objekte mit kurzen Texten in ihren lebensweltlichen Bezügen
präsentiert.

Zur Publikation


Kristberger Flügelaltar wieder vollständig

Auszug aus dem museum magazin No 25/2020

Vernissage "Die 14 Nothelfer. Das himmlische Versicherungspaket", Foto: Cornelia Hefel

Der Kristberger Flügelaltar sorgt für einen emotionalen Höhepunkt nach dem anderen! Die Erwerbung dieses Prunkstücks Vorarlberger Kunstgeschichte Ende des Jahres 2015 war die eigentliche Sensation: Das Werk süddeutscher Altarbau- und Schnitzkunst der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts gehörte seit jeher zu den herausragenden kulturgeschichtlichen Objekten des Landes, auch wenn der Altar nur mehr aus einer historischen Ansicht und historischen Beschreibungen bekannt war.

Die Geschichte seiner ‚Ausreise‘, die Versuche, den Altar zurückzukaufen sowie die nun endlich gelungene Rückerwerbung machen einen nicht zu unterschätzenden Teil seiner Bedeutung aus.

Die Ausstellung des Altars in der Kristberger St. Agatha Kapelle im vergangenen September, nach zumindest 140-jähriger Abwesenheit, ließ die Emotionen ein weiteres Mal hochgehen. Und nun das: Die fehlende beziehungsweise die vermutlich in den 1960er Jahren ausgetauschte Figur des hl. Georg (Schreinmittelfigur) kann nun ab 6. März diesen Jahres wieder mit dem Kristberger Flügelaltar vereint werden. Damit findet eine der spannendsten „Kunstgeschichten“ ihren hoffentlich endgültigen Abschluss.

Beitrag von Andreas Rudigier im museum magazin, Ausgabe 25/2020


Unter Tage

Auszug aus dem museum magazin No 25/2020


Müßiggänger. Norbert Bertolini, ein Amateurfotograf zwischen den Kriegen

Beiträge aus der Publikation zur gleichnamigen Ausstellung

Historische Fahrzeuge, ein finnischer Riese, die Olympischen Winterspiele – Norbert Bertolinis Fotografien geben eindrucksvolles Zeugnis eines gehobenen bürgerlichen Lebens in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Aus einer betuchten Vorarlberger Familie stammend, ist Bertolini (1899–1982) wohl im besten Sinne als Müßiggänger zu beschreiben: Hobbys, die den Alltag bestimmten, Reisen, die angenehme Abwechslung waren – und eine Vorliebe für kreative Albereien, die für die Ewigkeit festgehalten wurden. Denn als leidenschaftlicher Amateurfotograf war eine Kamera sein steter Begleiter.

Informationen zur Publikation

Das Buch ist beim Residenz Verlag  bestellbar.


Reinhold Luger.
Grafische Provokation

Beiträge aus der Publikation zur gleichnamigen Ausstellung

„Mein Credo: Die Formen des täglichen Lebens künstlerisch durchdringen, die Probleme des Auftraggebers zu meinen eigenen machen und dafür die beste Lösung in Form und Farbe finden.“ — Reinhold „Nolde“ Luger, 1967 zur Eröffnung seines ersten Ateliers.

Ein Buch über einen außergewöhnlichen Gestalter: Reinhold Luger gehörte zu den Anführern der kulturellen Protestbewegung in den 1970er-Jahren in Vorarlberg und lieferte stets gleich die passenden Drucksorten mit: bissige Plakate, Illustrationen und Flugblätter. Später zählen zu seinen Auftraggebern unter anderem die Bregenzer Festspiele und die Stadt- und Landbusflotten Vorarlbergs.

Mit Beiträgen und Interviews von Markus Barnay, Robert Fabach, Thomas Feurstein, Köbi Gantenbein, Andreas Koop, Christian Maryška, Werner Matt und Alfred Wopmann.

Informationen zur Publikation

Das Buch ist beim Birkhäuser Verlag (Degruyter) bestellbar.


sichten II. vorarlberg museum Juli 2016 bis Juni 2019

Einsichten in die Museumsarbeit

Andreas Rudigier, Bruno Winkler (Hg.):
Einleitung

Andreas Rudigier:
Das vorarlberg museum zwischen 2016 und 2019

Angelika Wöß:
Jugend – Kultur – Mode. Ein Projekt

Sichten II rekapituliert die vergangenen Ausstellungen, Veranstaltungen und Kooperationen in Berichten der Herausgeber, Museumsmitarbeiter*innen und Kooperationspartner*innen.

Informationen zur Publikation

Das Buch ist im Eigenverlag erschienen und kann nach Wiedereröffnung im Museumsshop gekauft werden.


Die 14 Nothelfer.
Das himmlische Versicherungspaket

Beiträge aus der Publikation zur gleichnamigen Ausstellung

Schaurige Drachen oder hohe Türme, übermenschliche Kräfte, Feuer, Blut, Qualen und Heldenmut – all dies begleitet die Legenden um die 14 sehr unterschiedlichen Heiligen, die seit dem Spätmittelalter zu einer Art himmlischer Bündelversicherung zusammengeschlossen, gemeinsam angerufen und verehrt wurden. Wer zu den Nothelfern gehört? Da wären der hl. Christophorus, der hl. Achatius, der hl. Ägidius, die hl. Barbara, der hl. Blasius, der hl. Cyriacus, der hl. Dionysius, der hl. Erasmus, der hl. Eustachius, der hl. Georg, die hl. Katharina, die hl. Margareta, der hl. Pantaleon und der hl. Veit.

Ein Buch, das spannend und auch mit einigem Humor Geschichte, Entwicklung und Praxis der Heiligenverehrung erläutert und anschließend die einzelnen Heiligen und ihre Eigenheiten vorstellt. Verschiedene Beispiele aus Vorarlberg zeigen, wie die religiöse Praxis der 14 Nothelfer Gestalt annahm und sich die Nöte der Betenden in den ansprechenden Bildern konkretisierte.

Informationen zur Publikation

Das Buch ist über den Tyrolia Verlag bestellbar.