Zur Ausgangslage
Das Vorarlberger Heimatwerk wurde 1958 als Platt- und Vermittlungsform der Vorarlberger Volkskultur gegründet. Über viele Jahre betrieb ein Verein mit Interessensvertretern aus Tourismus, Blasmusik, Tracht und Landwirtschaft einen Laden in Bregenz. Die hier verkauften „Heimatwerk-Produkte“ wollten Botschafter des Landes sein, mit der Zeit aber bildeten sie die materiellen und geistigen Ressourcen des Landes immer weniger ab. Eine inhaltliche und organisatorische Bestandsanalyse führte 2019 zur Auflösung des Ladens und zur Stillegung des Vereins - mit der Auflage, dafür eine zeitgemäße Nachfolge zu entwickeln.
Transformation Vorarlberger Heimatwerk in immaterielles Kulturerbe
Eine Transformation des Vorarlberger Heimatwerk setzt in einer Neukonzeption bei Wissens- und Kulturpraktiken an, wie sie in alten Traditionen genauso wie in ihrer innovativen und kreativen Weiterentwicklung im Raum Vorarlberg noch lebendig und gegenwärtig sind. Über diesen Zugang sind in der Positionierung neuer Produkte die Ressourcen und die Menschen in das Narrativ eingebunden. Gut gemachte Dinge, wie wir sie mit einem zeitgemäßen HeimatWerk verbinden haben diese Wirkkraft. Heimat ist als ein Begriff in steter Veränderung, als gelebte Nähe und Resonanz zu verstehen und nicht als eine verklärte Realität.
Wissenspraktiken im Kontext von Mensch / Landschaft / Ressource
Wissenspraktiken und Fertigkeiten sind Teil des immateriellen Kulturerbes. Das an Personen, Landschaften und Ressourcen gebundene Wissen, implizit wie explizit, lebt von der Anpassung an Veränderungen und von neuen Entwicklungen, von der kreativen Weitergabe (UNESCO, 2020). Anschauliches Beispiel ist die zeitgemäße Kooperation im „Werkraum Bregenzerwald“, 2016 international von der UNESCO als best practise ausgzeichnet. Im Dreiklang von Heimat WERK und Raum ist Heimat Erzählstrang und Vertrauen, das Werk ist das Produkt und der Raum der natur- und kulturräumliche Kontext Vorarlbergs.
Start mit sechs prototypischen Untersuchungen
Aus einem Map vorarlbergrelevanter Wissens- und Kulturpraktiken wurden in einem Workshop mit der Kommission für Kulturelles Erbe und Landeskunde sechs Themen für eine prototypische Untersuchung ausgewählt.
Geselliges Singen: Aufleben einer uralten Singtradition
Bauen mit Lehm: Comeback eines Naturmaterials
Fermentieren: Ohne Kultur kein Kraut, kein Käse, kein Bier
Leben mit Tieren: neue Wege in Haltung und Verarbeitung von Schafen und Ziegen
Gestalten im Druck: Lebendige Werkstätten
Glästen und Appretieren: Textiler Glanz und Rohstoffkultur
In Konzeption und Umsetzung der jeweiligen Blöcke sind Expert*innen, Stakeholder sowie interessierte Zielgruppen eingebunden.
Ein Projekt im Auftrag des Landes Vorarlberg
