Kreativität gilt gemeinhin als Sache der Zentren – dort, wo Dichte und Tempo Neues hervorbringen. Vorarlberg erzählt eine andere Geschichte: Eine Handvoll Handwerker-Architekten machte aus einer abgelegenen Provinz ein international beachtetes Zentrum der Baukunst. Gernot Grabher (HafenCity Universität Hamburg) fragt anhand internationaler Beispiele, wann Peripherie zur Ressource wird. Hilde Strobl (Archiv für Bau.Kunst.Geschichte) zeigt am Beispiel Tirols der 1960er bis 1980er Jahre ein Gegenmuster: Während die touristisch geprägte Peripherie dem Heimatfilm-Klischee folgte, entstand im städtischen Zentrum eine expressive, in alpinen Bautraditionen verwurzelte Architektur.
Diese Veranstaltung gehört zur Vortragsreihe „Ausstrahlung in die Welt“, einer Kooperation der Universität Innsbruck und des vorarlberg museums, die die internationale Wirkung Vorarlberger Bau- und Handwerkskunst von der Frühneuzeit bis in die Gegenwart beleuchtet.