freitags um 5 - Landesgeschichten im Gespräch

digital

Landesgeschichte im Gespräch: Ergänzend zur Ausstellung „vorarlberg. ein making-of“ haben Besucherinnen und Besucher die Gelegenheit, kritische Fragen, Thesen und Sichtweisen zur Landesgeschichte einzubringen und sie mit dem Projektleiter Markus Barnay, den KuratorInnen und geladenen Gästen zu diskutieren. Die Ausstellung wird sich auf Basis dieser Gespräche immer wieder verändern - so wie sich der Blick auf die Vergangenheit immer wieder verändert. Die Ergebnisse von freitags um 5 werden dokumentiert, weiter erforscht und zum Teil fließen sie in die Ausstellung ein.

Aufnahmen 2020

Machtkampf um den Käse

Aufzeichnung vom Fr, 21. Februar 2020

Die Geschichte von ALMA und Rupp

Keine Veranstaltung der Reihe freitags um 5 – Landesgeschichte im Gespräch war derart gut besucht wie die Ausgabe vom 21. Februar dieses Jahres. Es ging um die Geschichte der Firmen ALMA und Rupp, um den Machtkampf um den Käse. Moderator Markus Barnay (Kurator der Ausstellung vorarlberg. ein making-of) hat Firmenchef Joe Rupp, den langjährigen Prokuristen Wolfgang Alge und den Historiker des vorarlberg museums Peter Melichar zum Gespräch gebeten.

Vertrieben und vergessen?

Aufzeichnung vom Fr, 17. Jänner 2020

„Volksdeutsche“ Flüchtlinge in Vorarlberg

Die sogenannten „Volksdeutschen“ waren eine verhältnismäßig kleine Zuwanderergruppe, die nach dem Kriegsende 1945 in Vorarlberg Zuflucht gefunden hat. Rund 2.000 Sudetendeutsche, Siebenbürger Sachsen und Donauschwaben wurden zunächst in Flüchtlingslagern, später auch in eigens errichteten Siedlungen untergebracht. Firmen wie Rieger Orgelbau in Schwarzach oder Kunert Strümpfe in Rankweil wurden von ihren ursprünglichen Niederlassungen in Schlesien beziehungsweise Böhmen nach Vorarlberg verlegt. Die Historikerin Isabella Greber hat sich in ihrer Diplomarbeit mit diesen Zuwanderern befasst, für den Psychoanalytiker Günther Rösel ist es Teil der eigenen Familiengeschichte. 

Aufnahmen 2019

Umbruch 1968

Aufzeichnung vom Fr, 22. Februar 2019

 Von einem der auszog, die Welt zu verändern

Die Ereignisse des Jahres 1968, als Bürgerrechtsbewegungen, Studentenunruhen und Sozialproteste in vielen Ländern die Menschen bewegten, gingen auch an Vorarlberg nicht spurlos vorüber – jedenfalls nicht an den Jugendlichen und jungen Menschen, die sich nach einer liberaleren Gesellschaft sehnten. Zu ihnen gehörte der Student Peter Kuthan, der zu Beginn des Jahres noch Priesterseminarist in Innsbruck war und dann die Studentenproteste in Paris miterlebte. Er gilt als einer der Wortführer der eher bescheidenen 1968er-Proteste in Vorarlberg und berichtet, was damals wirklich geschah.

Aufnahmen 2018

„Alles war mir fremd“

Aufzeichnung vom Fr, 19. Oktober 2018

Aus dem Leben eines „Gastarbeiters“

Ali Gedik war 15 Jahre alt, als er in Begleitung seines Onkels aus dem Südosten der Türkei nach Vorarlberg kam. „Du warst tatsächlich ein Gastarbeiter, so hat man dich gesehen, so hast du dich gefühlt und so wurdest du auch behandelt“, berichtet er über seine ersten Jahre, in denen er in mehreren großen Firmen gearbeitet hat. Später setzte er sich aktiv für die Rechte der Migranten ein, engagierte sich politisch und machte auch auf die Bedrohung der kurdischen Minderheit in der Türkei aufmerksam, der seine Familie angehörte. Nach 17 Jahren verließ Ali Gedik Vorarlberg, um in Wien eine zweite Berufskarriere als Sozialarbeiter zu beginnen. Nun kehrt er zurück, um in freitags um 5 aus dem Leben eines „Gastarbeiters“ zu erzählen.

Erfolgsgeschichte

Aufzeichnung vom Fr, 15. Juni 2018

Vom Hufschmied zum Weltmarktführer

Wie wird aus einer kleinen Schmiede ein weltweit tätiger Konzern mit über 7000 Mitarbeitern? Die Geschichte der Höchster Beschlägefirma Blum ist nicht repräsentativ für die Vorarlberger Wirtschaft, sie enthält aber einige Komponenten, die auch in anderen Unternehmen von Bedeutung waren: einen engagierten Handwerker, der nach neuen Produkten und Märkten sucht, die Nähe zur
Schweiz und andere Standortvorteile, das gute Gespür für geeignete Mitarbeiter, die richtigen strategischen Entscheidungen und nicht zuletzt ein paar glückliche Zufälle. Firmenchef Gerhard E. Blum und der langjährige Geschäftsführer Bertl Widmer erzählen, wie alles begann und wie der Aufstieg zum Weltmarktführer innerhalb von zwei Generationen gelang.

Aufzeichnungen 2017

Mythos „Bauernrepublik“

Aufzeichnung vom Fr, 15. Dezember 2017

Die Wirkmächtigkeit von Mythen und Legenden am Beispiel des Bregenzerwaldes

2009 hat der Historiker Mathias Moosbrugger in einer fundierten Studie die bis dahin geltende Erzählung, wonach sich die „freie Bauernrepublik“ im Hinteren Bregenzerwald selbst gebildet und
ihre Sitzungen im legendären Rathaus auf der Bezegg durchgeführt habe, gründlich in Frage gestellt. Er wies nach, dass die Habsburger als Landesherren die eigentlichen Architekten der Gerichtsgemeinde im Mittelalter waren und dass die Vorstellung vom hölzernen Rathaus auf Stelzen auf keinerlei Quellen zurückzuführen ist. Mathias Moosbrugger, inzwischen zweifacher Sub Auspiciis-Doktor
(in Geschichte und Theologie), berichtet von seinen Forschungen, den Reaktionen und von der Kraft der Mythen und Legenden, die von wissenschaftlichen Beweisen nur schwer zu mindern ist.