2015 bis Jan 2019

Römer oder so

Eine Ausstellung zum Gräberfeld in Brigantium

 

Brigantium im Jahr 400. Jemand ist gestorben. Die Beisetzung findet in der Nähe der Siedlung statt.

Bregenz 1924. Archäologen entdecken ein Grab. Es enthält Schmuck: Halsschmuck, Armreifen aus Bronze und Knochen, Fingerringe, Perlen.

 

Heute überlegen wir: Wer liegt hier begraben? Zu welchem Kulturkreis gehören die Ziergegenstände? Gehörten sie einer Römerin? Was sagt ein Fund über einen Menschen aus?

 

Römer oder so folgt den Spuren der Wissenschaft und wirft einen neuen Blick auf die Funde, die in den vergangenen 150 Jahren in einem der größten Gräberfelder der Region gemacht worden sind. Römische Bestattungsrituale, Kleidung und Schmuck oder Jenseitsvorstellungen werden anhand der Funde thematisiert. Dabei stellt sich heraus: Viele Fragen bleiben offen. Nicht wenige Antworten sind spekulativ.

 

Mitdenken macht Spaß

Römer oder so richtet sich an alle, die Freude am Entdecken und Interesse an der Archäologie haben – besonders an Kinder, Jugendliche und alle, die neugierig sind. Die abwechslungsreiche räumliche Umsetzung macht den Besuch der Ausstellung zudem genüsslich.

 

Die BesucherInnen haben allerhand Möglichkeit zu vergleichen, zu forschen und so manches selbst herauszufinden. Die Jüngsten treffen auf vertraute Formen der Auseinandersetzung: Ergänzen, Sortieren, Bilderlesen und Malen sind lustvolle Elemente der Ausstellung.

 

Kuratorin: Lisa Noggler-Gürtler

2013 bis 2015

Sein & Mein

Ein Land als akustische Passage

 

Eine akustische Reise durch das Land bringt Erinnerungen an zurückliegende und verdrängte, an ungehörte und vergessene Ereignisse zu Gehör. Nicht eine „große“ Erzählung steht im Vordergrund, sondern Vielschichtiges, Vielfältiges und konträre Sichtweisen.

 

Vorarlbergerinnen und Vorarlberger geben Einblick in bemerkenswerte Lebenswelten. Als Augenzeugen, Betroffene und Experten erinnern sie sich, wie vertraute Konventionen, die gewohnte Umgebung oder die eigene Selbstgewissheit im Laufe eines Lebens immer wieder herausgefordert werden: durch schicksalhafte Umstände, politische Eingriffe oder auch durch Katastrophen der Natur. Die akustische Passage wird so auch zu einem Durchgang durch jene Lebens- und Geschichtsabschnitte, die das Selbstverständnis der Menschen und des Landes geprägt haben.

 

Vorarlbergbilder werden hörbar. Sein & Mein zeichnet die Besonderheiten einer Region, eines Ortes, eines Lebens: erzählerisch, anregend und über die Grenzen der Sprache hinausreichend. Die „große“ Geschichte setzt sich zusammen aus den vielen Fragmenten, die sich einzelne Menschen ins Gedächtnis zurückholen. Erzählte Geschichte wird gehörte Gegenwart!

 

Sein & Mein entstand unter Mitwirkung vieler Menschen im Land. Auch nach der Ausstellungseröffnung geht unser Dialog mit den Menschen in Vorarlberg weiter. Veranstaltungen im Haus und im Land laden ein mitzuhören, mitzureden – und mitzusammeln.

 

Kurator: Bruno Winkler

Ausstellungsdauer: 21. Juni 2013 - 18. Jänner 2016