Ausstellung im Atrium

„Die Glocken herunter in eiserner Zeit“ Glockenabnahmen im Ersten Weltkrieg

Anlässlich des Gedenkjahres 1918 – 2018 erzählt das multimediale Ausstellungsprojekt  „Die Glocken herunter in eiserner Zeit“ von einem Detailaspekt am Rand des Kriegs. Während des Ersten Weltkriegs wurden auch in Vorarlberg unzählige Kirchenglocken für die Kriegsindustrie eingeschmolzen. Aber erst der  Verlust der Glocke macht ihre Bedeutung für einen Ort, für dessen Bewohner spürbar. Das Ausstellungsprojekt wirft nicht nur einen anderen Blick auf die Heimatfront, mit Zuhilfenahme von „Virtual Reality Brillen “ wird dabei auch ein neuer Zugang zu Geschichte gewählt. Ein Versuch, Vergangenheit  sinnlich erlebbar zu machen.

 

Das virtuelle Erlebnis entstand in Zusammenarbeit mit ixxy, rootinteractive und attic sound Brighton/UK.

 

Sonderausstellung

Getting Things Done. Evolution of the Built Environment in Vorarlberg

16. März – 05. Mai 2019

 

In weltweit rund 30 Städten war diese Wanderausstellung über die neuere Architektur und Handwerkskunst Vorarlbergs bisher zu sehen. Ehe das vorarlberg museum die von Wolfgang Fiel kuratierte Ausstellung in die Sammlung übernimmt, wird Getting Things Done noch einmal gezeigt. 230 Projekte geben einen Überblick über die Entwicklung der sogenannten Vorarlberger Bauschule, von ihren Anfängen in den späten 1950er Jahren bis in die Gegenwart. Anhand von Fotografien, Plänen, Texten und Interviews werden die Bedingungen dieser Erfolgsgeschichte nachvollziehbar: eine Mischung aus innovativen Architekten und Bauherren, ein profundes Wissen um lokale Baumaterialien und die Qualität der Landschaft, liberale Baugesetze und der hohe Stellenwert von Tradition und innovativem Handwerk.

 

Ausstellungsansicht. Getting Things Done, Foto: Lucas Breuer

 

 

 

Sonderausstellung

Stadt – Land – Fluss

Römer am Bodensee

13. April – 25. August 2019

 

Nach der Eroberung durch römische Truppen um 15 v. Chr. wurde die Bodenseeregion schrittweise romanisiert. In Bregenz wurde ein Militärstützpunkt angelegt, gleichzeitig entstand beispielsweise in Eschenz, heute im Schweizer Kanton Thurgau, eine Straßensiedlung samt Brücke über den Rhein. Das fruchtbare Umland wurde von über 120 Gutshöfen bewirtschaftet. Ein dichtes Netz von Verkehrswegen zu Wasser und an Land verband die Siedlungen. Auf diesen Routen gelangten viele, teils neue Güter und Ideen in die Bodenseeregion. Die Siedlungstätigkeit wuchs rasch. Bregenz hatte rund 80 Jahre nach der Eroberung repräsentative Steinbauten: ein Forum, Thermen, Tempel, Wohnhäuser und Wohnquartiere. Die Ausstellung beleuchtet diese Epoche in vielen Facetten. Zahlreiche Funde erlauben einen umfassenden Einblick in das Alltagsleben. In Zusammenarbeit

mit dem Museum für Archäologie Thurgau, dem Archäologischen Landesmuseum Baden-Württemberg, der Kreisarchäologie Konstanz und der Archäologie Liechtenstein.


Wagenbeschlag in Form eines Delphins aus St. Margarethen, Foto: Kantonsarchäologie St. Gallen.

 

Sonderausstellung

Angelika Kauffmann

Unbekannte Schätze aus Vorarlberger Privatsammlungen

15. Juni – 06. Oktober 2019

 

Sie kennen Angelika Kauffmann? Sicher! Aber sicher ist vieles von dem, was in dieser Ausstellung zu sehen ist, unbekannt. Denn Vorarlberger Privatsammler zeigen teils erstmals ihre Gemälde, Zeichnungen und Druckgrafiken der berühmten Künstlerin. Zudem ist es der Kuratorin Bettina Baumgärtel gelungen, so manches verschollen geglaubte Werk aufzuspüren. Hochkarätige Leihgaben aus öffentlichen Sammlungen, unter anderem dem Victoria & Albert Museum in London, ergänzen die Schau. Angelika Kauffmann (1741 – 1807) war wegweisend für die Kunst des Klassizismus. Ihr großer Erfolg machte sie bereits zu Lebzeiten zum Mythos. Nach Dessau 2017 ist die Schau nun im vorarlberg museum und im Angelika Kauffmann Museum in Schwarzenberg zu sehen.

In Zusammenarbeit mit dem UNESCO-Welterbe Gartenreich Dessau-Wörlitz in Sachsen Anhalt, dem Angelika Kauffmann Museum Schwarzenberg und dem Angelika Kauffmann Research Project (AKRP).

 

Angelika Kauffmann, Flora, 1790, Privatsammlung

 

 

 

Sonderausstellung

Reinhold "Nolde" Luger

Grafische Provokation

23. November 2019 – Februar 2020

 

Ob beim Flint-Festival (1970/71) oder den Bregenzer Randspielen (1972 – 1976) – der Grafiker Nolde Luger war einer der Anführer der kulturellen Protestbewegung in Vorarlberg und lieferte die passenden Drucksorten gleich mit: bissige Plakate, Karikaturen, Pamphlete und Flugblätter. Später, 1983 – 2003, entwarf er für die Bregenzer Festspiele zeitlos schöne Plakate zu sämtlichen Opernproduktionen. Heute kennt beinahe jeder in Vorarlberg Arbeiten des Grafikers: die Logos von Städten und Gemeinden, die Gestaltung von Stadt- und Landbusflotten und den typischen Stelen an den Haltestellen, die Leitsysteme in Gebäuden und öffentlichen Räumen. Eingebettet in den kultur- und zeitgeschichtlichen Kontext bringt die Ausstellung zahlreiche Beispiele aus Lugers konstruktiv kritischem Schaffen.

In Zusammenarbeit mit der Vorarlberger Landesbibliothek.

 

Der Dämon, Bregenzer Festspiele 1997, Plakat : Reinhold Luger

 

 

 

neue Kernausstellung

Weltstadt oder so …

Brigantium im 1. Jh. n. Chr.

ab 26. Oktober 2019

 

Ein Forum groß wie ein Fußballfeld, eine Therme, das Handwerks- und Händlerquartier am Bregenzer Tschermakgarten – die öffentlichen und privaten Bauten aus dem Brigantium des 1. Jh. n. Chr. beflügeln die Fantasie. War Bregenz zur Römerzeit eine Stadt? Die Vermutung liegt nahe, aber der eindeutige Beweis fehlt. Während sich die Ausstellung Römer oder so … damit befasste, wer im hiesigen Gräberfeld begraben worden war, geht es in Weltstadt oder so … um das Zusammenleben im „Ort“ Brigantium. Wurden hier die Aufgaben einer Kommune erfüllt? Gab es eine Verwaltung, ein Steuer- und Sozialwesen? Wie war das wirtschaftliche und religiöse Leben organisiert? Auf Basis neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse und archäologischer Funde lädt die Ausstellung ein, über Brigantium, seine Bewohner und Besucher zu spekulieren.

 

Bespielung 2. OG

Intervention im Museum und Ausstellungen im Druckwerk Lustenau

19. Februar – 26. Mai 2019: „Freie“ Schülerarbeiten von 15-jährigen Knaben

 

Ein radikaler Umgang mit der Sammlung zeitgenössischer Kunst des Landes Vorarlberg: Die Kuratoren Severin und Pirmin Hagen machen die Sammlung durch Verzicht sichtbar – die Schaufenster im zweiten Stock bleiben leer. Stattdessen kann man dort den Künstlern über sogenannte Sound-Duschen acht Stunden beim Philosophieren zuhören. Es geht den

beiden dabei nicht um einzelne Werke, sondern um prinzipielle Fragen des Sammelns und um allgemeingültige Ordnungsprinzipien. Sie behaupten: Fünf Kategorien sind ausreichend, um die Sammlung zeitgenössischer Kunst neu zu sortieren. Jeder dieser Kategorien widmen die Hagen-Brüder bis 2020 eine Schau im Druckwerk Lustenau, Hofsteigstraße 21.

 

Ausstellungsansicht „Kopfähnliche“, Druckwerk Lustenau, Foto: Miro Kuzmanovic

 

 

Bespielung 2. OG

Intervention im Museum und Ausstellungen im Druckwerk Lustenau

17. September – Jänner 2020: I'm the Indian of the group

 

 

Ein radikaler Umgang mit der Sammlung zeitgenössischer Kunst des Landes Vorarlberg: Die Kuratoren Severin und Pirmin Hagen machen die Sammlung durch Verzicht sichtbar – die Schaufenster im zweiten Stock bleiben leer. Stattdessen kann man dort den Künstlern über sogenannte Sound-Duschen acht Stunden beim Philosophieren zuhören. Es geht den

beiden dabei nicht um einzelne Werke, sondern um prinzipielle Fragen des Sammelns und um allgemeingültige Ordnungsprinzipien. Sie behaupten: Fünf Kategorien sind ausreichend, um die Sammlung zeitgenössischer Kunst neu zu sortieren. Jeder dieser Kategorien widmen die Hagen-Brüder bis 2020 eine Schau im Druckwerk Lustenau, Hofsteigstraße 21.

 

Ausstellungsansicht „Kopfähnliche“, Druckwerk Lustenau, Foto: Miro Kuzmanovic

 

 

Ausstellung im Atrium

Grid Marrisonie:Marienheim

Fotografien | Installationen

30. März - 16. Juni 2019

 

Die Künstlerin Grid Marrisonie zeigt ihre 2012 entstandene Fotodokumentation über das leerstehende Bregenzer Marienheim. Die mit einer analogen Kleinbildkamera aufgenommenen Bilder sind eine Erinnerung an den Ort und an die Menschen, die mit ihm verbunden waren. Agathe Fessler (1870 – 1941) gründete 1905 das Marienheim, um entlassenen Dienstbotinnen zu helfen. Die Geschichte dieser engagierten Frau, die als Pionierin der modernen Sozialarbeit in Vorarlberg gilt, erzählt die Künstlerin mithilfe von Installationen. Persönliche Dokumente und ein Tagebuch erlauben weitere Einblicke in Fesslers Leben und Wirken, zeigen unter anderem, dass sie aufgrund ihres selbstbewussten Auftretens der kleinstädtischen Bevölkerung suspekt war und ihre Aktivitäten sabotiert wurden.

 

Marienheim Bregenz, Foto: Grid Marrisonie

 

Ausstellung im Atrium

Christoph Lissy:

Meine acht Väter

06. Juli – 01. September 2019

 

Christoph Lissy bedankt sich mit dieser Ausstellung bei seinen Vätern. Wer sind die Väter eines Bildhauers, der vaterlos aufgewachsen ist und Konzertpianist werden wollte? Es ist Ludwig von Beethoven, dessen Musik ihn tief berührt und ihm Trost spendet. Es ist der Musiker Miles Davis, der Schriftsteller William S. Burroughs oder der Bildhauer Bruno Gironcoli, bei dem Lissy an der Wiener Akademie der Bildenden Künste studierte. Im Atrium des vorarlberg museum präsentiert der in Hörbranz lebende Künstler acht Vaterfiguren in Form monumentaler Bildskulpturen als Dank für Inspiration und Lebenshalt. Zitate und Alltagsobjekte zu den jeweiligen Figuren betten die Arbeiten in einen inspirierenden Kontext ein.

 

Christoph Lissy, Bruno Gironcoli

 

Ausstellung im Atrium

Mythos Idylle Maisäß

Künstlerresidenzen auf Montafoner Maisäßen 2016 – 2018

21. September – 17. November 2019

 

Die sonnenverbrannten Holzhütten und Ställe, die sich idyllisch an die Berghänge des Montafon schmiegen, sind heute vielen ein Erholungs- und Sehnsuchtsort. Früher bedeuteten sie harte Arbeit für die Bauern: Sie rodeten den Wald, bauten Hütten und zogen mit ihren Tieren dem Futter hinterher, um die Weiden im Tal zu schonen. Diese Geschichte wird heute von idyllischen Maisäß-Bildern überlagert. Wie sind diese Bilder entstanden? Wer erzeugt und verbreitet sie? Inwieweit deckt sich die Idylle mit dem Erlebten? Was sind Maisäße heute? Die Künstler Bernhard Garnicnig, Matthias Garnitschnig, Claudia Larcher und Tobias Maximilian Schnell haben eine Künstlerresidenz auf einem Montafoner Maisäß bezogen und sind in ihren Arbeiten diesen Fragen nachgegangen.

 

Eine Kooperation von KAIROS, dem vorarlberg museum, den Montafoner Museen und dem ORF Vorarlberg.

 

Das scheue Zebra, Foto: Bernhard Garnicnig/Bildrecht

Ausstellung im Atrium

Alfred Seiland:

Imperium Romanum

07. Dezember 2019 – Februar 2020

 

Was genau blieb vom einst mächtigen Römischen Imperium? Mit dieser Frage befasst sich der österreichische Fotokünstler Alfred Seiland (geb. 1952) in seinem groß angelegten fotografischen Projekt Imperium Romanum. Seit 2006 dokumentiert er architektonische und landschaftliche Spuren der römischen Antike rund um das Mittelmeer und in den angrenzenden Gebieten. Im Zentrum steht dabei, wie die Menschen der Gegenwart mit den historischen Stätten umgehen, was die moderne Zivilisation, was Alterungs- und Verwitterungsprozesse aus den Überresten der Antike machen. In seinen Fotoarbeiten thematisiert Alfred Seiland Spannungsfelder zwischen historischem Kapital und zeitgenössischer Vermarktung, musealer Pflege und touristischer (Ab-)Nutzung, zwischen Erhaltung und Zerstörung des antiken Erbes.

Kanal von Korinth, Isthmia, 2014 © Alfred Seiland