Ausstellung im Atrium

Otto Ender
Landeshauptmann, Bundeskanzler und Putschist?

Otto Ender war der einzige österreichische Bundeskanzler aus Vorarlberg. Er blieb allerdings nur ein halbes Jahr im Amt, denn der Zusammenbruch der damals größten Bank Österreichs, der Creditanstalt, sprengte 1931 die Regierungskoalition. Als Vorarlberger Landeshauptmann (1918 – 1934) hatte Ender viele Probleme zu lösen: die Anschlussbewegung an die Schweiz, die Lebensmittelversorgung der Bevölkerung, den Ausbau der Wasserkraft und die Konsolidierung der Wirtschaft.  Er setzte sich vehement für die Rechte der Bundesländer ein und trug maßgeblich zur Verfassung der Republik von 1920 bei. Mit dem Aufkommen des Nationalsozialismus kam er zur Überzeugung, dass „das Volk“ nicht reif für die Demokratie sei. Er beteiligte sich am Staatsstreich 1933/34, wurde Verfassungsminister der Regierung Dollfuß und damit zum Chefredakteur der autoritären Maiverfassung 1934.

Ausstellung im Atrium

„Die Glocken herunter in eiserner Zeit“ Glockenabnahmen im Ersten Weltkrieg

Glocken und Krieg – auf den ersten Blick eine widersprüchliche Verbindung. Der Ursprung des englischen Begriffs für Glocke „bell“ liefert einen Anhaltspunkt: Er leitet sich vom lateinischen „bellum“ ab, das Krieg bedeutet. Im Kriegsfall wurden Glocken immer wieder für die Herstellung von Munition und Waffen herangezogen. Im Ersten Weltkrieg verlangte eine noch nie dagewesene Kriegsführung nach Unmengen an Metallen. Wenngleich es in Vorarlberg keine Gefechte gab, brachte der Krieg enorme Einschnitte im Leben der Bevölkerung. Die zahlreichen Glockenabnahmen erzählen dazu eine ganz eigene Geschichte.