Die Ausstellung zur Landesgeschichte

vorarlberg. ein making-of

Als im Juni 2013 die Schau vorarlberg. ein making-of im Dachgeschoß des vorarlberg museums präsentiert wurde, war von einer „experimentellen Dauerausstellung“ die Rede. Man schlug damit – zum ersten Mal in einem Landesmuseum – einen ganz neuen Weg ein: jenen, die zentrale Ausstellung über die Landesgeschichte nicht als durchgehend inszenierte Präsentation mit einem unveränderbaren Narrativ darzustellen, sondern als eine Art Geschichtslabor mit variablen Inhalten, das Anstöße zu Debatten und Auseinandersetzungen über Geschichte und Gegenwart einer Region gibt.


Tatsächlich erfuhr vorarlberg. ein making-of in den vergangenen zwei Jahren mehrfach Veränderung: Einzelne Objekte wurden ausgetauscht, kleinere Kapitel ganz umgestaltet. Vor allem aber wurden die Ausstellung und einzelne ihrer Thesen zur Diskussion gestellt – in zahlreichen Veranstaltungen ebenso wie in unterschiedlichen Rückmeldungen von Fachleuten und BesucherInnen.


Diese Rückmeldungen bildeten die Grundlage für einen größeren Relaunch, dem die Ausstellung in den letzten Wochen unterzogen wurde. Unter Leitung des Schweizer Kurators Beat Gugger und des Journalisten und Historikers Markus Barnay, die beide schon am ursprünglichen Konzept beteiligt gewesen waren, hat die Schweizer Szenografin Barbara Maggio die Ausstellung neu in Szene gesetzt. Unter anderem enthält sie nun ein Kapitel, das sich alleine den Veränderungen seit der Eröffnung im Jahr 2013 und vor allem den Rückmeldungen seitens von Publikum und Fachwelt widmet – gewissermaßen ein „Making-of“ des making-of.


Darüber hinaus wurde versucht, die „Lesbarkeit“ der Ausstellung zu verbessern und die vielen verschiedenen Thesen und Fragestellungen noch verständlicher zu präsentieren. Hierfür wurde auch die grafische Gestaltung vom Bregenzerwälder Grafiker Peter Felder überarbeitet.


Das wichtigste Ziel der Dauerausstellung und des vorarlberg museums: Menschen ins Gespräch zu bringen, einen Dialog über Geschichte zu initiieren und so die Beschäftigung mit der Vergangenheit zu einem lebendigen Teil der Auseinandersetzung mit der Gegenwart zu machen.

 

Kurator: Markus Barnay

Susanne Moll schenkt vorarlberg museum ein besonderes Snowboard

Ex-Snowboard-Profi Susi Moll ist im Zivilberuf Polizistin und fiel in der Riege
der Snowboarderinnen u.a. dadurch auf, dass sie auf einigen ihrer Boards mit
einem Selbstporträt unterwegs war – in Bregenzerwälder Tracht. Diese
Kombination aus modernem Lifestyle und Bekenntnis zu regionaler Tradition
hat das Team des vorarlberg museums veranlasst, Susi Moll zu fragen, ob sie
eines ihrer Boards der Sammlung des Museums zur Verfügung stellen würde,
was sie spontan und gerne zusagte.

 

Fünf Tage nach ihrem bösen Sturz im Montafon besuchte Susi Moll am 18.12.
2015 das vorarlberg museum, um das Board der Kuratorin des vorarlberg
museums für Europäische Ethnologie, Theresia Anwander, und den beiden
Kuratoren der Ausstellung „vorarlberg. ein making-of“, Markus Barnay und
Beat Gugger, zu übergeben. Das Board aus der Saison 2014/15 wurde von
Janine Bucher und buchergrafik unter Verwendung eines Fotos von Markus
Gmeiner gestaltet und zeigt Susi Moll in Bregenzerwälder Tracht.

 

Das Snowboard hängt nun in der Ausstellung „vorarlberg. ein making-of“ und
illustriert dort den Wandel im Umgang mit Tracht und Tradition – im Kapitel
„Gehöre ich dazu?“, das sich mit Fragen der Zugehörigkeit, Ausgrenzung und
regionaler Differenzen in der Geschichte Vorarlbergs beschäftigt.

 

Susanne Moll wurde 1987 in Andelsbuch, Bregenzerwald geboren. 1996
begann sie mit dem Snowboardsport, zwischen 2004 und 2005 wurde sie zwei
Mal Vizejuniorenweltmeisterin, belegte den 3. Platz beim Weltcup in
Bardonecchia, Italien und gewann den Europacupgesamtsieg. 2014 folgte dann
die erste Olympiateilnahme in Sotschi.