Samuel lässt ein Museum bauen

Gründung

Der „Museums-Verein für Vorarlberg“ wurde 1857 gegründet. Schon seit längerem war ein Museum gefordert worden, etwa 1823 vom Lustenauer Landrichter Franz Xaver Seewald und 1852 von Joseph Ritter von Bergmann. Dabei ging es vor allem darum, die drohende „Verschleppung“ von Kulturgut zu verhindern. Als 1857 der damalige Vorarlberger Kreishauptmann Sebastian Ritter von Froschauer und der Privatgelehrte Faustin Ens die Gründung organisierten, wurden damit sowohl Interessen der Vorarlberger Bevölkerung als auch jene des Staates – seit 1850 gab es die k.k. Central-Commission zur Erforschung und Erhaltung der Baudenkmale – realisiert. Der Museumsverein, die erste landeskundliche Gesellschaft Vorarlbergs, die schon bald nach ihrer Gründung 400 Mitglieder zählte, regte Forschungen an und entfaltete – getragen von privaten Förderern und Fachmännern – eine rege naturkundliche und kulturhistorische Sammeltätigkeit, in einem eigenen Jahrbuch dokumentiert. Auf Initiative des Unternehmers und Amateurarchäologen Samuel Jenny (1837-1901), dem Vereinsvorstand, wurde in Bregenz ein neues Museum errichtet, dessen Eröffnung 1905 er nicht mehr erlebte. Schon bald litt der Verein wieder unter einer gravierenden Raumnot. Archivalien und Bücher wurden an das Landesarchiv abgetreten, auch die naturkundliche Sammlung wurde in mehreren Schritten an die spätere Vorarlberger Naturschau (heute: inatura) ausgegliedert. Die Sammlungen wurden 1942 dem Gau Tirol-Vorarlberg eingegliedert und nach 1945 auf eine Restitution verzichtet. Das Museum, 1959/60 umgestaltet und in den Jahren danach um Depots erweitert, blieb bis zur Gründung der Kulturhäuser Betriebs GmbH (Kuges) eine nachgeordnete Dienststelle des Landes. 1997 wurde das Vorarlberger Landesmuseum ausgegliedert und von der Kuges übernommen. 2009 wurde das alte Museumsgebäude abgerissen und 2013 in einem neuen – um die alte Bezirkshauptmannschaft erweiterten – Gebäude als vorarlberg museum wieder eröffnet.