B'sundrigs
aus der Sammlung

Ein Schandmantel zur Strafe bei leichteren Vergehen, jahrhundertealte Darstellungen von Trachten aus aller Welt, Ölgemälde der Künstlerin Angelika Kauffmann – entdecken Sie jeden Tag neues "B’sundrigs" aus unserer Sammlung.

Klicken Sie auf die Bilder, um sie zu vergrößern.


Silberschatz von Lauterach, 2. Jhd. v. Chr.

Der „Schatz von Lauterach“ umfasst 4 Schmuckstücke (Armreif, Fingerring, 2 mit einem Kettchen verbundene Fibeln aus Silber, Fingerring aus Bronze), 3 keltische und 23 römische Silbermünzen. Das Ensemble wurde wohl um 100 v. Chr. im „Lauteracher Ried“ in einer Torfwiese („auf dem Stand“) deponiert und im Sommer 1880 beim Torfstechen in ca. 30 cm Tiefe entdeckt.

Musterbuch Uso Merinos, 1828

Hersteller: Jenny&Schindler, Hard

Ein Blick in die frühen Musterbücher des Harder Textildruckers Jenny&Schindler führt uns das handwerkliche Können der hochspezialisierten Formenstecher und deren phantasievolle Mustergestaltung vor Augen. Die Musterbücher aus der Gründerzeit des Unternehmens zeigen den Innovationsgeist des Unternehmens. Neben klassischen türkischroten Tüchlein mit üppigen Kaschmir- oder Rosenmotiven, die in der gesamten österreichisch-ungarischen Monarchie begeisterten Absatz fanden, lassen sich in den Musterbüchern auch überraschend moderne geometrische Allovermuster entdecken. Eine Inspirationsquelle, auch für aktuelles Musterdesign.

Karton, Leder, Papier, Baumwolle bedruckt; Länge 33,2 x Breite 28 x Tiefe 7,8 cm

Schnapshund, Scherzglas, 18. Jhd.

Herstellungsort: vermutlich Herzogenweiler, Baden-Württemberg

Wer wäre nicht gerne bei einem feucht fröhlichen Trinkgelage des 18. oder 19. Jahrhunderts dabei gewesen? Wichtig zur Unterhaltung waren die sogenannten „Scherzgläser“, die in zahlreichen Formen als Trinkgläser fungierten, deren Entleerung aber mit einigen Hindernissen verbunden war. Zu den häufigsten bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts beliebten Exemplaren zählten die sogenannten Schnapshunde. Der Schnapshund aus unserer Sammlung wurde zu einem walzenförmigen Körper geblasen und gezogen und dann mit einem rautenförmigen Noppenmuster ausgestaltet. Die Beine und der Schwanz wurden frei angesetzt. Unterhalb des Schwanzes liegt ein Zinnschraubverschluss. Laut Aufzeichnungen stammt der Schnapshund aus Herzogenweiler im Schwarzwald, der, wie das benachbarte Allgäu, ein wichtiges Zentrum der Glasmacherei war.

Glas, geblasen und gezogen, Zinn, Höhe 10,2 x Breite 15,2 x Tiefe 7 cm

Tintenbehälter,
17. Jhd.

Die gesamte Oberfläche des Tintensets aus Elfenbein ist mit aufwändig geschnitzten Ornamenten und Bemalungen geschmückt. In der Mitte ermöglicht ein Schraubverschluss das Öffnen des Gefäßes, welches neben einem Behältnis für Tinte auch eine beinerne Streusandbüchse enthält.

Elfenbein, Höhe 11 cm, DM 3,5 cm

Das Fenster, 1931

Rudolf Wacker (1893 – 1939)

Erster Weltkrieg, russische Gefangenschaft, Revolution, Metropole Berlin, Kleinstadt Bregenz - dies sind Stationen im Leben Rudolf Wackers. Zu Beginn seines Schaffens noch dem Expressionismus verpflichtet, wendet sich Wacker in den späten zwanziger Jahren der Neuen Sachlichkeit zu. Zwei Drittel seines Werkes widmete Wacker der Stillebenmalerei, die überhaupt als das Thema der Malerei des Magischen Realismus angesehen werden kann. In seinen Porträts, Stillleben, Städte- und Landschaftsbildern schildert er die Wirklichkeit in altmeisterlicher Manier mit dem Anspruch, die Dingwelt zu entschleiern und die Trümmer der bürgerlichen Welt darzustellen.

Mischtechnik auf Holz, Höhe 108 x Breite 93 cm

Mesolithische Harpune, um 5000 v. Chr.

Die sehr originelle Harpune wurde 1956 zusammen mit einem ähnlichen, etwas kleineren, Exemplar in der Rheinbalme am Fuß des Kummenberges gefunden. Die Tatsache, dass verwandte Harpunenformen auch im Etschtal verbreitet waren, lässt – rund 2000 Jahre vor „Ötzi“ – auf direkte Kontakte der Jägergruppen nördlich und südlich des Alpenhauptkammes schließen.

Hirschhorn, Länge 16 cm

Hl. Martin, um 1515/20

Meister von Ottobeuren

Der hl. Martin sitzt auf einem nach links schreitenden Pferd. Der zum hl. Martin aufblickende Bettler hält den herabgleitenden Mantelumhang an seinen entblößten Oberkörper. Beachtenswert ist der stark ausgeprägte Parallelfaltenstil. In der deutschen Plastik der ausgehenden Spätgotik und der beginnenden Renaissance fand der Parallelfaltenstil in den Werken des Ottobeurer Meisters seine reinste Ausprägung.

Lindenholz, Höhe 155 x Breite 109 cm

Die Sinnende, 1926

Anna Margaretha Schindler (1893 – 1929)

Als Tochter des Elektropioniers und Industriellen Friedrich Wilhelm Schindler, erhielt Anna Margaretha Schindler ihre erste Ausbildung an der Genfer Kunstschule, um anschließend ab 1922 an der Wiener Akademie zu studieren (Müllner-Schülerin). Die früh verstorbene Künstlerin hat mit wenigen Ausnahmen fast nur weibliche Körper gestaltet. Eines ihrer Spezialgebiete war - neben dem Akt - das Kleinporträt, in Bronze und Elfenbein.

Marmor, Höhe 114 cm

Selbstbildnis, 1937

Edmund Kalb (1900 – 1952)

Kalbs Werk (mit über 600 ausgeforschten Selbstbildnissen, nach seinen eigenen Worten ungefähr 1000 Selbstbildnissen) steht in der Nähe der experimentellen Kunst seiner Zeit. Die hundertfache Wiederholung seines Gesichtes bei geringfügiger Abwandlung der Ausdrucksmittel lässt Kalb am Formalismus der zwanziger Jahre teilnehmen. Zu Lebzeiten als Künstler nicht präsent, konnte das Museum Ende der 1960-er Jahre direkt aus dem Nachlass 150 Zeichnungen und Graphiken erwerben und besitzt somit die größte und qualitativ wertvollste öffentliche Sammlung von Arbeiten Kalbs.

Aquarell/Papier, Höhe 47,5 x Breite 35,8 cm

Schmerzensmann, 1468

Das seit dem 14. Jahrhundert so ungemein beliebte Thema des Schmerzenmannes (auch Erbärmdebild oder Misericordia domini genannt), stellt Christus, nur mit einem Lendenschurz bekleidet, mit den Merkmalen des Kreuzestodes dar. In mystischer Weise wird auf die Passion durch die Beigabe zahlreicher Leidenswerkzeuge, der sog. Waffen Christi (arma Christi) angespielt. Die Vorliebe für diese Dinge, die sich bis in die minutiöse Aufzählung der dreißig Silberlinge verliert, hängt jedenfalls zusammen mit der seit dem 14. Jh. nachweisbaren Einführung von Festen zu Ehren bestimmter Leidensinstrumente.

Tempera/Tannenholz, Höhe 114 x Breite 154 cm

Der Tod der Alkestis, 1790

Angelika Kauffmann (1741 – 1807)

Angelika Kauffmann beschreibt in ihrer Werkliste dieses Gemälde als eines ihrer Hauptwerke und weist besonders auf die Vielfalt des menschlichen Ausdrucks und auf die gelungene Farbigkeit hin. Mit Alkestis, die sich bereit erklärt, für ihren Mann zu sterben, da die Götter ein Menschenopfer verlangen, stellt sie eine weibliche sterbende Heldin in den Mittelpunkt. Die sogenannte Gattentreue, die absoluter nicht gezeigt werden kann, wird durch die Tatsache, dass neben einer Ehefrau auch eine geliebte Mutter aus dem Leben gerissen wird, besonders tragisch.

 

Öl auf Leinwand, Höhe 114 x Breite 154 cm

Wolkenbruch. Blick gegen Mehrerau, zw. 1918 – 1937

Herbert Reyl-Hanisch von Greifenthal (1898 – 1937)

Herbert Reyl-Hanisch von Greifenthal wurde in Wien geboren und studierte dort an der Akademie der Bildenden Künste und der Kunstgewerbeschule. Später übersiedelte er nach Bregenz. Dargestellt ist der Blick von Bregenz in Richtung Appenzell, im Mittelgrund erkennt man ein Dampfschiff und den Turm des Klosters Mehrerau. Links in der Sonne ist der Altmann sichtbar, der zweithöchste Berg der Appenzeller Alpen.

Öl auf Leinwand, Höhe 54,5 x Breite 80 cm

Uferstraße, 2015

Alexandra Wacker (*1958)

Ihre Zeichnung zeigt eine Uferstraße mit Bäumen in Abendstimmung. Ungewöhnlich ist an dieser Zeichnung nicht nur das große Format, sondern auch die Art der Montage, die die Künstlerin gewählt hat. Das Papier ist nämlich mit Klettband auf eine schwarz bemalte Leinwand montiert, die wiederum mit dünnen Holzleisten gerahmt ist.

Tusche/Papier/Leinwand, Höhe 151,5 x Breite 188,7 cm

Brautschmuck, 17. Jhd.

Golddraht, Silberdraht, Glas, Faden, Karton

Kunstvoll aus Gold- und Silberfiligran gefertigter Brautschmuck aus dem 17. Jahrhundert. Die mit grünem Seidenfaden umwickelten Blätter aus Karton bilden mit den floralen Elementen der Filigranarbeiten und einer Blüte aus rotem Stein ein hübsches Sträußchen.

Golddraht, Silberdraht, Glas, Faden, Karton, 20,5 x 12,9 x 4 cm

Flirt in der Küche, um 1705

Giacomo Francesco Cipper (1664 – 1736)

Franz Jakob Zipper wurde in Feldkirch 1664 geboren und heiratete 1696 in die Mailänder Notarsfamilie Galdone ein. Hier malte il Todeschini („der kleine Deutsche“), wie Cipper in der Lombardei genannt wird, Zeit seines Lebens Motive aus dem Alltag der Unterschichten oder Randgruppen. Einzelne groß dargestellte Figurengruppen und stillebenhafte Episoden in einem nicht näher bestimmten Raum sowie eine große Bedeutung des Lichts als Gestaltungsmittel kennzeichnen seine Bilder. Er gilt als ein Hauptvertreter der lombardischen Genremalerei.

Öl auf Leinwand, Höhe 110 x Breite 120 cm

Amor und Psyche, 1792

Angelika Kauffmann (1741 – 1807)

Das kleine Bozetto zählt zu den hervorragenden Ölbozzetti Kauffmanns. Die Geschichte aus der griechischen Antike handelt von der unvergleichlich schönen Königstochter Psyche und ihrer Liebe zum geflügelten Gott Amor. Als sich Amors eifersüchtige Mutter Venus zwischen sie stellt, muss Psyche verschiedene Aufgaben lösen, um die Liebe zu Amor zu retten. Nachdem sie ein Kästchen, das sie für Venus aus der Unterwelt holt, neugierig öffnet, fällt sie in einen todesähnlichen Schlaf, aus dem sie Amor erretten kann. In der dargestellten Szene wischt er ihr den Todesschlaf ab und tut ihn zurück in die kleine Dose.

Öl auf Leinwand, Höhe 29,2 x Breite 23,1 cm

Hohenemser Positiv, 16. Jhd.

Orgelpfeifen

In der Renaissancezeit war die Tragorgel vornehmlich das Instrument wohlhabender Adeliger und Bürgerlicher und diente weltlichen Freuden, aber auch geistlicher Erbauung. Das Positiv, einst im Besitz der Grafen von Hohenems, wurde vermutlich im 16. Jh. in Südtirol hergestellt. Das truhenförmige Gehäuse, ein kunstvolles Schnitzwerk aus Pappel- und Birnenholz mit Kandelabersäulen und Akanthus-Rankenornamenten, ist typisch für die Renaissancezeit.

Pappel- und Birnenholz, Höhe 96 x Breite 72 x Tiefe 42 cm

Schachfigur, 18. Jhd.

Elfenbein und Glas

Eine circa 10 cm hohe Schachfigur aus fein geschnitztem Elfenbein mit eingelegten Glasaugen. Die Figur trägt höfische Kleidung im französischen Stil des 18. Jahrhunderts (König Louis XV). Sie wurde 1859 vom Vorarlberger Landesmuseumsverein angekauft – leider ohne die restlichen Figuren des Schachspiels und das Schachbrett.

Elfenbein, Glas, Höhe 10 x Breite 5 x Tiefe 6 cm

Reliquienbehälter, Ende 15. Jh.

Hellgrünes Formglas mit Knochenresten, Papier mit Siegel und Wachsdeckel als Verschluss

Bei diesem spätgotischen Nuppenbecher, auch Krautstrunk genannt, handelt es sich um einen von drei erhaltenen Reliquienbehältern aus der Pfarrkirche in Klaus. Behältnisse dieser Art waren unter den jeweiligen Altären eingemauert. Hintergrund dafür ist die frühchristliche Tradition, die Eucharistie über einem Märtyrergrab zu feiern. Anlässlich der Restaurierung im Jahr 1971 gelangten die Reliquiengläser in die Sammlung des Landes Vorarlberg. Von besonderer Bedeutung ist in diesem Fall, dass aufgrund des guten Zustands der Papierurkunde und dem mandelförmigen Siegelabdruck sowohl das genaue Datum der Kirchweihe sowie der Name des Weihbischofs bekannt sind:

„Wir, Bruder Johannes vom Orden der Minderbrüder [also Franziskaner],
Bischof von Tripolis, weihten
diesen Altar zu Ehren der heiligen
Jungfrau und Märtyrerin Agnes / Im Jahre
des Herrn 1[4]89 am Tag des Monats
Mai des […]undzwanzigsten“

Wappenscheibe des Felix Khüdt, 1577

farbloses Glas mit Grisaille Bemalung in Schwarzlot-, Weiß- und Silbergelbmalerei, Bleirute, Lötzinn mit Bleirutenfassung

Bei dieser Willkommensscheibe handelt es sich um eine Kabinettglasmalerei in Form einer Rundscheibe mit feinen Malereien. Dargestellt ist eine Frau in altdeutscher Tracht, die einem bewaffneten Landsknecht ein Stangenglas und eine Blume reicht. Zwischen dem Paar findet sich ein Wappenschild mit Hausmarke (Zeichen an Häusern, um deren Besitz zu vermerken), zwischen den Beinen des Kriegers die Jahreszahl 1577, am unteren Bildrand der Name Felix Khüdt.

Sowohl die Art der Darstellung als auch der Name Khüdt (Kydt) lassen nach heutigem Wissensstand auf eine Schweizer Herkunft schließen.

On sight, 2016

Bildstein I Glatz (Matthias Bildstein *1978 und Philippe Glatz *1979)

Das österreichisch-schweizerische Künstlerduo Bildstein l Glatz entlehnen ihr Formenvokabular den Fun— und Extremsportarten und überführen es in den Kontext der Kunst. Ihre funktional wirkenden und an urbane Situationen erinnernden Konstruktionen, meist aus mehrfach recyceltem Material gebaut, sind intuitive Gebilde, die modellhaften Charakter entwickeln und von der Poetik des Fragilen bestimmt sind. Mit fake News, die sie während ihrer Ausstellungen in diversen Medien verbreiten, bedienen Bildstein l Glatz außerdem die Sensationslüsternheit der Massen.

Öl, Lack/Holz, Gummiseil


o. T., 1997

Alexandra Wacker (*1958)

Traditionsreich ist das Thema, mit dem sich Alexandra Wacker auseinandersetzt. Fotorealistisch und perfekt inszeniert die in Wien lebende Enkelin von Rudolf Wacker ihre Porträts. Als Vorlage für ihre Arbeiten dienen ihr Fotos und Bilder, die sie spontan auswählt. Das bildfüllende Gesicht ist von einer ganz eigenen Ästhetik und Verletzlichkeit geprägt, fremd und doch gleichzeitig vertraut. An ein Spiegelbild erinnernd, vermittelt das Gesicht sowohl etwas Trauriges als auch Unheimliches.

Schuss / Gegenschuss, 2018

Arno Gisinger (*1964)

Arno Gisinger studierte Geschichte, Philosophie und Fotografie in Innsbruck, London und Arles. In seiner Arbeit geht es Arno Gisinger um Fragen der Darstellung von Geschichte und Erinnerung in den visuellen Medien mit Schwerpunkt Fotografie.

Landschaft mit historischem Grenzstein "19" am Alten Rhein. Die Arbeit ist im Rahmen des Projekts "Sag Schibbolet! Von sichtbaren und unsichtbaren Grenzen" zwischen 2017 und 2018 entstanden und zeigt einen Grenzstein am Alten Rhein aus unterschiedlichen Perspektiven, fotografiert mit einer analogen Panorama-Kamera.

Penelope wird von Eurykleia geweckt, 1772

Angelika Kauffmann (1741 – 1807)

Die Odyssee nimmt einen Schwerpunkt in Kauffmanns Oeuvre ein. Mehr als ein Dutzend Mal hat sie Szenen aus der homerischen Epik ausgeführt, viele von ihnen in verschiedenen Versionen.

Penelope, die Gattin des Odysseus und Mutter des Telemachos, galt als Musterbeispiel einer treuen Ehefrau. In einer dramatischen Chiaroscuro-Malerei zeigt die dargestellte Szene Penelope, die in ihrem Schlafzimmer unter einem Baldachin von dickem, dunkelgrünem Stoff auf üppigen roten Kissen einsinkt. Mit ausgestrecktem Arm berührt die alte Magd Eurykleia leicht die Schulter der schlafenden Penelope, um ihr die frohe Botschaft der Rückkehr von Odysseus zu überbringen.

Öl auf Leinwand, Höhe 75 x Breite 109,9 cm

Trachtenbilder,
17. Jhd.

55 ungerahmte Ölgemälde

Kostümbilder-Serie bestehend aus 55 ungerahmten Gemälden. In den Darstellungen werden in Kleingruppen Trachten verschiedener Länder und Regionen aus aller Welt vorgeführt. Vermutlich dienten die Bilder als Wanddekoration eines Raumes in Bregenz. Ein an sich ungewöhnlicher Tatbestand, da bislang solche Trachtenbilder nur als Einzelblätter und Bücher bekannt sind bzw. Verbreitung gefunden haben.

Trachtenbilder, 17. Jhd., Öl/Leinwand, unterschiedliche Größen

Schandmantel oder Spanischer Mantel

aus dem ehemaligen Gefängnis der Bregenzer Oberstadt

Wurde man früher wegen eines „leichteren Vergehens“ verurteilt, so musste man den Schandmantel tragen. Ähnlich einem Fass mit Armlöchern und einem Halsloch zog man es an wie einen Mantel und war dem Gespött und den Schikanen der Gemeinde ausgesetzt. Die Malereien auf dem Fass geben Auskunft über die Vergehen: Eine Rauferei, Spielkarten für unerlaubtes Glücksspiel oder nicht bezahlte Spielschulden und für welches Vergehen könnte der Esel stehen?

Der Schandmantel wurde gemeinsam mit einigen anderen unangenehmen Gegenständen aus dem ehemaligen Gefängnis der Bregenzer Oberstadt übernommen.

Schandmantel oder Spanischer Mantel, Holz bemalt, Eisenscharniere, Höhe 115 cm

Helga Nagel,  Fliederfarben, 2019, vorarlberg museum
Helga Nagel, Fliederfarben, 2019, vorarlberg museum

Fliederfarben, 2019

Helga Nagel

Von 2016 bis Anfang 2019 wurden fast 50 Werke von Menschen mit intellektueller und/oder körperlicher Beeinträchtigung angekauft. Ein schöner Anfang und gleichzeitig ein anspruchsvoller Auftrag, unsere Sammlung in weiterer Folge auch um die im Begriff Outsider Kunst, Art Brut, Individual Art enthaltenen Arbeiten von Kinder, Laien und Künstler*innen mit psychischen Erkrankungen zu erweitern.

Helga Nagel, Fliederfarben, 2019, Ölkreide/Papier, Höhe 70 x Breite 50 cm

Geschäftshaus-
neubau des Herrn Holzner 1936 & Einfamilienhaus Koenig

Claus Ströbele (1903-1988)

Claus Ströbele ist einer der Vorarlberger Architekten, die sich in den 1930er Jahren am konsequentesten mit der Formensprache des „Neuen Bauens“ auseinandergesetzt haben. Den Großteil seiner Wohn- und Geschäftsbauten hat er im Raum Bregenz/Dornbirn errichtet. So auch das Geschäftshaus Hans Holzner Ecke Kaiserstraße/Schulgasse in Bregenz.

Claus Ströbele (1903-1988), Geschäftshausneubau des Herrn Hans Holzner, Kaufmann in Bregenz, 1936, Bleistift, Tusche/Transparentpapier
&
Claus Ströbele (1903-1988), Einfamilienhaus Koenig, Maidenhead bei London, 1935, Bleistift/Transparentpapier

Der Friede und Plutos, 1797

Angelika Kauffmann (1741-1807)

Das Bild ist eine Allegorie auf den Frieden, die auf den griechischen Reiseschriftsteller und Geographen Pausanias zurückgeht. Plutos, Gott des Reichtums, wird als Knabe mit Füllhorn dargestellt. Ihm zur Seite sitzt eine in antikisierendem Gewand gekleidete Frau, in deren Rechten ein Ölzweig, die den Frieden in Gestalt der griechischen Göttin Eirene, Tochter des Zeus und der Thermis, personifiziert.

Angelika Kauffmann (1741-1807), Der Friede und Plutos, 1797, Öl/Leinwand, Höhe 102,3 x Breite 129,2 cm

Vroni, aus der Serie: My second Herd, 2008

Anna Barbara Husar (*1975)

„Vroni“ entstand im Zuge des SilvrettAteliers 2008. Die zusammengenähten Saatgutsäcke beziehen sich auf die nomadische Tradition und nehmen Bezug zur Hauptarbeit von Anna Barbara Husar bei den Beduinen auf der Halbinsel Sinai, die sie regelmäßig besucht. Aus einem Hang zu Herdentieren und zur Wüste ist sie selbst Besitzerin einer Ziegenherde in der Wüste Sinai geworden. Mit ihrer „zweiten“ Herde, der Kuhherde, schuf sie eine Verbindung zu ihrer Heimat.

Anna Barbara Husar (*1975), Vroni, aus der Serie: My second Herd, 2008, Ölkreide, Acryl/zusammengenähten Saatgutsäcken, ca. Höhe 180 x  Breite 230 cm

o. T., 2012

Drago Persic (*1981)

Drago Persic, in Vorarlberg aufgewachsen und derzeit wohnhaft in Wien, wurde 2019 beim Vorarlberger Kulturpreis in der Sparte Malerei mit dem Hauptpreis ausgezeichnet. Mit handwerklicher Meisterschaft – in vom Maler bevorzugten Schwarz-Weiss- und Grautönen – konzentriert sich das Schaffen vor allem auf Tücher und Stoffliches, kurz gesagt auf den Faltenwurf. Dieser ist meist auf ein unsichtbares Möbelstück drapiert und überzeugt mit präzise gemaltem Licht, Schatten und Farbenspiel.

Drago Persic (*1981), o. T., 2012, Öl/Leinwand, Höhe 70 x Breite 60 cm

Entwurf für ein Heldendenkmal im Bodensee für die Stadt Bregenz, 1929/1930

Bartle Kleber (1884-1953) / Alfons Fritz (1900-1933)

Eine Insel im See - zwischen Wirtshaus am See und Festspielbühne gelegen - sollte nach dem Entwurf des Architekten Alfons Fritz das Kriegerdenkmal für Bregenz verkörpern: Ein der Rundung der Insel folgender Landungssteg, eine Plattform mit Altar und Kreuz, eine Andachtskapelle mit Krypta im Untergeschoss. Sein Freund Bartle Kleber hat den Entwurf verbildlicht. Ausgeführt wurde das Denkmal des Bildhauers Albert Bechtold neben der Pfarrkirche St. Gallus.

Bartle Kleber (1884-1953) / Alfons Fritz (1900-1933), Entwurf für ein Heldendenkmal im Bodensee für die Stadt Bregenz, 1929/1930, Öl/Hartfaserplatte, Höhe 45,7 x Breite 60,9 cm

Titel unbekannt,
um 1940

Susi Weigel (1914 -1990)

Susi Weigel ist den meisten „nur“ als Kinderbuch-Illustratorin bekannt. Insbesondere aus ihrer Zeit in BerIin, wo sie als freie Graphikerin und Trickfilmzeichnerin tätig war, verwahren wir einige Porträts und Alltagsszenen mit flottem Strich und feinem Humor gezeichnet. Die radelnde Frau grüßt das Reiterstandbild mit gezücktem Degen und entwaffnet mit ihrer Lebensfreude die martialische Geste.

Susi Weigel (1914 -1990), Titel unbekannt, um 1940, Tinte/Papier, Höhe 29,2 x Breite 21 cm

up or down 3, 2009

Doris Fend (*1966)

Die Arbeiten von Doris Fend stellen eine Veränderung der Werk- und Arbeitsauffassung in der Zeichenpraxis dar. In akribischer Feinarbeit werden mit Grafit- oder Farbstift Oberflächentexturen erarbeitet, die in ihrer Wirkung an Malerei denken lassen. Durch die Montage auf Kartonrohre erhalten diese gezeichneten Blätter zudem eine neue Bestimmung mit erweiterter Dimension - als Papierobjekt von der Wand in den Raum.

Doris Fend (*1966), up or down 3, 2009, Grafit / Büttenpapier, ca. 76 x 75 x 15 cm

Die Burkas, die Frau, 2002

Mariella Scherling-Elia (1929-2017)

„Die Burkas, die Frau“ zeigt zehn im Oval aufgestellte Frauenfiguren, die bodenlange Burkas tragen. Sie sind aus schwerer Seide gefertigt und zeigen die Spuren des harten Lebens ihrer ehemaligen Trägerinnen. Kein Zweifel, dass es sich bei diesen Kleidern um gelebte Geschichte handelt, denn sie stammen alle aus einem Frauenlager in Islamabad, Afghanistan. Für die künstlerische Auseinandersetzung mit dieser, von Scherling-Elia als „Unlebensart“ bezeichneten Anonymisierung und Entpersonalisierung der Frau, kamen weder das Medium der Zeichnung noch jenes der Malerei in Frage. Körper sollten es sein, Büsten aus Papiermaché - ohne Unterleib. Und so stehen sie nun beisammen, vom Leben gebeugt, und führen, einander zugewandt, ihre stumme Zwiesprache.

Mariella Scherling-Elia (1929-2017), Die Burkas, die Frau, 2002, Seide, Papiermaché, lackiertes Holz

Salterio, 1779

Antonio Battaglia

Prunkvolles Salterio, welches 1859 als Schenkung von Abt P. Leopold Höchle, Mehrerau, dem Vorarlberger Landesmuseumsverein übergeben wurde und so in die Sammlung des vorarlberg museums Eingang fand. Das Salterio ist ein Äquivalent zum deutschen Hackbrett und wurde vom Antonio Battaglia (1757-1791, wohnhaft in Mailand) gefertigt. Über den trapezförmigen Grundriss werden insgesamt 117 Saiten gespannt.

Antonio Battaglia, Salterio, 1779

Entwurf Berghotel Madlener, Damüls, 1931

Alfons Fritz (1900-1933)

In den 1920/1930er Jahren wurde der Wintertourismus für die breitere Bevölkerung attraktiv und so waren neben den bestehenden Grands Hotels für die „High Society“ auch Unterkünfte für den „Mittelstand“ gefragt. In diesem Entwurf verknüpft Alfons Fritz die regionale, traditionelle Formensprache mit dem Vokabular der Moderne und schafft so einen frechen, dynamischen Entwurf.

Alfons Fritz (1900-1933), Entwurf Berghotel Madlener, Damüls, 1931, Rötel/Papier, Höhe 72,4 x Breite 93,7 cm

Hasso-Gehrmann-Küche ("Küche 2000"), um 1969/70

Hasso Gehrmann (1924-2008)

Die "Küche 2000" von Hasso Gehrmann, der u. a. auch Chefdesigner bei Elektra Bregenz war, stellt ein modernes Küchencenter dar und beinhaltet alles, was zu einer komfortablen Küche gehört – einen geräumigen Kühlschrank, den selbstreinigenden Backofen mit Infrarotgrill, einen ringförmigen Dunstabzug. Ebenso einen im Zentrum emporsteigenden Geschirrspüler und diverse Haushaltskleingeräte wie Kaffeemühle, Allesschneider etc. - allesamt eingebaut nach seinem Verständnis von „theoretischem Design“ mit der Erschließung der „subjektiven Logik“.

Hasso Gehrmann (1924-2008), Hasso-Gehrmann-Küche ("Küche 2000"), um 1969/70, Filzstift, Bleistift, Tempera/Zeichenkarton, Höhe 70,2 x Breite 78,8 cm

Bildnis Francisco Vieira, um 1796

Angelika Kauffmann (1741 – 1807)

Angelika Kauffmann hat 1796 mit der Herstellung eines Porträts des portugiesischen Malers Francisco Vieira (1765-1805), genannt "Il Portuense" begonnen. Allerdings hat sie nur Kopf und Hals in Öl ausgeführt, der restliche Körper ist auf dem hellen Malgrund mit Kreide und Zeichenkohle nur leicht skizziert. Warum sie das Gemälde nicht fertig gemalt hat, ist nicht bekannt. Doch gerade das Unvollendete verleiht dem Werk einen besonderen Reiz und erlaubt einen interessanten Einblick in die Arbeitsweise der Künstlerin.