Mittelalter am Bodensee, Wirtschaftsraum zwischen Alpen und Rheinfall

Sonderaustellung

4. Februar bis 7. Mai 2023

Presse

Der Katalog zur Ausstellung 

Der Bodensee und seine Zuflüsse wurden im Mittelalter als Wasserwege genutzt, die den Wirtschaftsraum von den Bündner Alpenpässen bis zum Rheinfall verbanden. Städte bildeten Bündnisse, man einigte sich auf ein einheitliches Währungssystem, betrieb Landwirtschaft, Handwerk, Bergbau und handelte gar mit weit entfernten Städten wie Barcelona und Brügge. Archäologische Fachstellen und Museen rund um den Bodensee haben sich zusammengeschlossen, um im Rahmen einer Wanderausstellung Einblicke in das mittelalterliche Leben (ca. 1000 bis 1500 n. Chr.) im Bodenseeraum zu bieten. Ob Tragekiepe, Gusstiegel, Glasrecycling oder Knochenarbeiten – rund 150 hochkarätige und zum Teil nie gezeigte Funde und Schriftquellen veranschaulichen den regen Handel, mittelalterliche Handwerkskunst und das Leben am Bodensee.

Kurator: Gerhard Grabher
Ausstellungskonzeption: Kulturmuseum St. Gallen

Ausstellungstexte und Bilder: Rebecca Nobel, Jolanda Schärfli, Monika Mähr sowie das Autorenteam des Ausstellungskatalogs
Ausstellungsgestaltung: Erwin Bosshart, Nicole Klopsch, Gerhard Grabher
Konzept Vermittlung: Heike Vogel, Nadine Alber-Geiger, Claudia Schwarz, Elvira Flora
Grafik, Illustration und Layout: Michael Elser, Nathalie Koller

Ausstellungskatalog: Urs Leuzinger
 

In Zusammenarbeit mit: Kulturmuseum St. Gallen, Kantonsarchäologie St. Gallen, Museum für Archäologie Thurgau in Frauenfeld, Amt für Archäologie des Kantons Thurgau, Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg in Konstanz, Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg, Amt für Kultur/Fachbereich Archäologie des Fürstentums Liechtenstein, Liechtensteinisches LandesMuseum in Vaduz, Museum zu Allerheiligen Schaffhausen, Kantonsarchäologie Schaffhausen, Rätisches Museum in Chur, Archäologischer Dienst Graubünden


Veranstaltungen

Solidus des Heraclius, Constantinopolis MIB 65 (616-625), Rätisches Museum Chur

Péter Somogyi: Transitroute Alpenrheintal – Ein numismatisches Fallbeispiel aus dem 7. Jahrhundert

Do, 11. Mai, 19.00 – 20.00 Uhr

  • Vortrag
  • Begleitprogramm zur Ausstellung

Die Mobilität von Menschen, der Transfer von Waren und Ideen zwischen dem Mittelmeerraum und den Regionen nördlich der Alpen sind auch im 7. Jahrhundert literarhistorisch und archäologisch-numismatisch gut belegt. Das Alpenrheintal und der Bodenseeraum waren geografisch bedingt Teil des alpinen Transitsystems. Deshalb überrascht es nicht, dass in einem 1967 in Chur zufällig entdeckten Grab bei dem Schädel eines sonst beigabenlosen Skelettes eine byzantinische Goldmünze lag. Der in Konstantinopel geprägte Solidus des Kaisers Heraclius (610-641) gehört zu einem besonderen Münztypus aus den Jahren 616-625. Seine Verbreitung in Europa lässt den Schluss zu, dass diese Münzen nicht von Süden, sondern von Konstantinopel über das Siedlungsgebiet der Awaren und Bajuwaren in den Bodenseeraum und von dort durch das Alpenrheintal nach Chur gelangten.

Eintritt frei

In Zusammenarbeit mit dem numismatischen Ausschuss des Vorarlberger Landesmuseumsvereins, Begleitprogramm zur Ausstellung Mittelalter am Bodensee

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Gebetskette Paternoster, Mauren Pfarrkirche, Foto: Archäologie Liechtenstein